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Schlossberg in Homburg
Baumfällaktion mit Helikopter

 Dieses Idyll täuscht: Die Bäume oberhalb des „Großen Bruchs“ werden kaum noch von der teilweise  50 Zentimeter starken Deckschicht des „Großen Bruchs“ getragen. Deshalb müssen sie in der kommenden Woche entfernt werden.
Dieses Idyll täuscht: Die Bäume oberhalb des „Großen Bruchs“ werden kaum noch von der teilweise  50 Zentimeter starken Deckschicht des „Großen Bruchs“ getragen. Deshalb müssen sie in der kommenden Woche entfernt werden. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Spektakulärer Einsatz in der kommenden Woche auf dem Schlossberg geplant. Von Thorsten Wolf

Vor etwas weniger als einem Jahr kündigte die Homburger Stadtverwaltung einen nicht ganz unerheblichen Eingriff am Schlossberg an: Weil über dem so genannten „Großen Bruch“, einer Höhle an der stadtseitigen Flanke des Berges, die Deckschicht teilweise nur noch 50 Zentimeter dick sei, müssten dort verwurzelte Bäume dringend entfernt werden. Die aus Sicht der Stadt damals geäußerte Gefahr betraf dabei weniger die Situation der Höhlen selbst, sei der „Große Bruch“ doch nicht Teil des für den Besucherverkehr zugänglichen Teils der Höhle. Und: Für den eigentlichen Höhlenbetrieb sei ein möglicher Einsturz des „Großen Bruchs‘ zudem ohne Bedeutung, wie Roland Ecker vom städtischen Bauamt damals erklärte hatte. „Die Gebirgsmasse zwischen Besucherbereich und großem Bruch ist so massiv, dass wir nicht mit Beeinträchtigungen rechnen.“ Das Problem, wie bei der damaligen Pressekonferenz seitens der Stadt verdeutlicht wurde, sei vielmehr die Gefahr, dass die Bäume im betroffenen Bereich aufgrund mangelnder Standfestigkeit unkontrolliert umstürzen und den Hang hinab rutschen könnten.

Was damals noch nicht klar war und sich erst in den zurückliegenden Monaten als Plan entwickelte, war die Antwort auf die Frage, wie man angesichts der schwierigen äußeren Bedingungen die Bäume überhaupt entnehmen kann. Grundsätzlich standen zwei Optionen zur Auswahl: entweder ein Eingriff per Kran oder per Hubschrauber. Galt letztere Lösung zuerst als weniger wahrscheinlich, wird es nun tatsächlich am Donnerstag, 31.­Januar, ein Helikopter sein, mit dem eine Spezialfirma insgesamt 65 Bäume oberhalb des „Großen Bruchs“ zu dessen Entlastung entnehmen wird. Als Grund für die nun bevorzugte Variante nannte Linda Barth von der Pressestelle der Stadt Homburg vor allem die steile Hanglage und eine notwendige Begrenzung der Gewichtsbelastung des Schlossbergs durch schwere Kräne. Barth machte auch deutlich, dass man bei dem von Sonnenaufgang bis Dämmerung angesetzten Einsatz am Schlossberg auf die Witterungsverhältnisse angewiesen sei. „Deswegen haben wir einen Zeit-Puffer bis zum zweiten Februar eingerichtet.“

Der Betrieb der Höhlen sei aufgrund der aktuellen Winterpause nicht betroffen. Allerdings schiebe man die Saisoneröffnung 2019  nach hinten auf den 9.­ Februar. „In dieser Woche nach der Baumentnahme werden wir innerhalb der Besucher-Höhlen überprüfen, ob die Maßnahme dort möglicherweise Schäden angerichtet hat.“



Während der Baumfällung gelte auf dem Schlossberg eine weiträumige Sperrung. Für Anliefer-Verkehr und Gäste des Schlossberghotels werde die Schlossberghöhenstraße aber jeweils zur vollen Stunde für fünf Minuten geöffnet.

Mit der aufwendigen und spektakulären Aktion am Homburger Hausberg ist die Marpinger Firma „Die Baumpfleger – Biehl und Wagner“ beauftragt. Charlene Förster, dort für den Bereich Marketing verantwortlich, schilderte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass dieser Einsatz für ihr Unternehmen etwas ganz Besonderes sei, habe es doch Baumfällungen per Helikopter in diesem Umfang in der Region noch nie gegeben. Bei diesem Projekt, bei dem man selbst für die Organisation und Leitung verantwortlich sei, greife man als Partner auf das österreichische Unternehmen „Wucher Helicopter“ zurück. Auf der Internetseite des Unternehmens auf „www.wucher-helicopter.at“ kann man sich als „Vorgeschmack“ auf die kommende Woche schon mal ein Video ansehen, das einen guten Eindruck davon vermittelt, wie am nächsten Donnerstag die Baumfällung wohl ablaufen wird.

Was die Zukunft des „Großen Bruchs“ auf dem Schlossberg angeht, so könnte die Fällung dessen grundsätzlich erwarteten Einsturz möglicherweise sogar noch beschleunigen. Das dürfte aber, sollte dieser Einsturz dabei ohne Folgen für das eigentliche Besucherbergwerk sein, der Stadtverwaltung keine grauen Haare wachsen lassen – ist dieser Bereich doch vorgesehen für die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Schlossberghöhlen.