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Ausbildung
„Industrie 4.0“ lockt die jungen Leute an

 Ein Teil der Auszubildenden an der Werkbank bei der Arbeit: Beim Tag der offenen Tür konnte sich die Jugendlichen ausführlich informieren.
Ein Teil der Auszubildenden an der Werkbank bei der Arbeit: Beim Tag der offenen Tür konnte sich die Jugendlichen ausführlich informieren. FOTO: Stefan Holzhauser
HOMBURG. Die Ausbildungswerkstatt von Michelin im Industriegebiet Ost hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Von Stefan Holzhauser

Sobald der gewünschte Schulabschluss geschafft ist, geht es für die Jugendlichen darum, den richtigen Berufsweg einzuschlagen. Dieser Tage bestand im Michelin-Werk Homburg die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Derzeit bildet das Unternehmen 38 junge Menschen zu Industriemechanikern, Elektronikern für Betriebstechnik, Maschinen- und Anlagenführern sowie Zerspanungsmechanikern aus. Jörg Hinsberger ist bei Michelin der zuständige Ausbilder für den Metallbereich. „Hier sind auch andere Firmen in Sachen Ausbildung aktiv – wie beispielsweise die Firma Peter Gross. Diese Firmen lassen hier im Auftrag von Tüv Nord bei Michelin ausbilden. Diese Werkstatt wird von Tüv Nord geführt“, erklärte Hinsberger.

Die Ausbildung dauert im Regelfall dreieinhalb Jahre. „Es hat sich aber in den vergangenen beiden Jahren herauskristallisiert, dass viele Auszubildende die Prüfung ein halbes Jahr oder sogar ein ganzes Jahr vorziehen. Sie sind einerseits sehr gut und werden andererseits auch von meinen Kollegen und mir dementsprechend gepusht. Wir haben hier einen hohen Ausbildungsstandard. Das Ziel lautet, schulisch wie auch praktisch einen sehr guten Abschluss zu haben“, berichtete der Metallbereich-Ausbilder.

Aber was sind die Voraussetzungen, um bei Michelin durchstarten zu können? „Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Pünktlichkeit und möglichst null unentschuldigte Abwesenheiten. Hinzu kommt natürlich auch das technische Verständnis. Ein weiteres Kriterium ist der passende Charakter“, meinte Hinsberger, „und der Rest wird eben bei uns gelernt“. Am beliebtesten unter den Jugendlichen sei momentan der Berufszweig Mechatronik/Elektronik. „Das Schlagwort ‚Industrie 4.0’ ist eben derzeit in aller Munde. Jeder springt auf Digitalisierung an“, berichtete er.



Insgesamt gebe es 46 Ausbildungsplätze. Michelin bildet für den eigenen Bedarf aus. Nach drei oder dreieinhalb Jahren hat also der Azubi „auf jeden Fall seine Stelle im Werk“. Auch die anderen hier an der Ausbildung beteiligten Firmen würden nur für den eigenen Bedarf ausbilden. „Das Auswahlverfahren bei uns funktioniert folgendermaßen: Man bewirbt sich also mit seinem Zeugnis und Bewerbungsschreiben. Es gibt zunächst einmal ein grobes Auswahlverfahren. Dann wird zum Eignungstest eingeladen. Nach bestandenem Eignungstest folgt das Vorstellungsgespräch. Und dann wird im Team entschieden, ob es einen Ausbildungsvertrag gibt oder auch nicht“, beschrieb Hinsberger das Verfahren.

Die Auszubildenden kommen teilweise aus Saarbrücken, Kaiserslautern und Frankreich nach Homburg. Dem Unternehmen liegt es am Herzen, immer mehr junge Frauen auszubilden. Momentan gibt es nur drei weibliche Auszubildende. Und dabei gibt es sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten im technischen Bereich. Die Ausbildung bereits hinter sich hat Syra Schäfer. „Ich habe jetzt seit einem Jahr ausgelernt und eine Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht. Es hat alles in diesem super Team gut geklappt. Die Vorurteile gegen technische Berufe für Frauen sind völlig unberechtigt“, betonte Schäfer.

Derzeit im ersten Ausbildungsjahr zur Industriemechatronikerin ist Asina Closter. „Ich war auch am Tag der Ausbildung da. Außerdem arbeitet auch mein Vater im Unternehmen. Dass wir momentan so wenige Mädels sind, hat mich überhaupt nicht gestört. Ich wurde klasse im Team aufgenommen. Momentan macht mir die komplette Ausbildung richtig viel Spaß“, meinte die 18-Jährige.