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Straßenprojekte in Homburg
Denkpause zur rechten Zeit

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Während die Vorbereitungsarbeiten für die „Drei Ohren“ an der Autobahnanschlussstelle Homburg weiter voranschreiten, sieht es bei den anderen großen Straßenprojekten derzeit mau aus. Die Schwarzenbach-Umgehung steckt im Planfeststellungsverfahren fest. Von Peter Neuheisel

In Sachen Ostanbindung zur A 6 bei Erbach sind die Planungen unterbrochen. Grund: Die Landesbehörde sieht einzig die Variante 1, die über die bestehende Erbach-Umgehung angebunden werden soll, als umsetzbar an. Der Homburger Stadtrat möchte aber die andere Variante durch den Erbacher Wald. Die Aussichten hierfür gehen gegen Null. Was tun, also? Die Straßenbehörde möchte sich bei der Bundesstelle absichern, bevor es weitergeht. Die Stadtspitze unterstützt den Weg, weil sie letzten Endes nicht für den Papierkorb weiterplanen möchte. Für die vom Homburger Rat favorisierte Variante 2 müssten auf jeden Fall weitere (teure) Gutachten her. Es glaubt aber wohl niemand im Ernst, dass irgendjemand in Saarbrücken oder Berlin grünes Licht für weitere Ausgaben geben wird, nur um eine unrealistische Variante künstlich am Leben zu halten?

Die Planungspause kommt gerade recht und sollte auch zur Denkpause genutzt werden. Bisher sind alle davon ausgegangen, dass die Drei-Ohren-Lösung am vorhandenen A6-Anschluss zwischen Kleinottweiler und Reiskirchen eine Ostanbindung auf der anderen Seite zwingend notwendig macht. Nachdem aber inzwischen die Reiskircher Durchgangsstraße seit fünf Monaten gesperrt ist und das (auch von uns) befürchtete Verkehrschaos ausbleibt, ist die ursprüngliche Aussage nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das weiß auch die Landesbehörde. Selbst die kurzzeitige Sperrung der Straße zwischen Kleinottweiler und Jägersburg ist ohne große negative Auswirkungen geblieben. Kurzzeitige Behinderungen während der Rush Hour  dürfen nicht der Maßstab sein. Klar ist: Die Baustelle in der Saarbrücker Straße hat für weitaus mehr Rückstaus gesorgt als die Sperrungen rund um die Autobahn. Limbach kann da auch ein Lied davon singen. Das sind alles Gesichtspunkte, die bei der Frage „Ostanbindung oder nicht?“ herangezogen sowie wertneutral und fernab der bisweilen aufgeregten Diskussionen bewertet werden müssen.

Am Rande sei erwähnt: Die ganze Welt diskutiert über den Klimawandel, über C02-Ausstoß und ÖPNV-Ausbau. Im Saarland gehen die Uhren anders, werden vermehrt neue  Straßen gefordert – auch ein Alleinstellungsmerkmal. Aber ist das alles tatsächlich noch zeitgemäß? Die Denkpause kann für Klarheit sorgen.