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Ausstellung „Kunst und Handwerk“
Wo aus Speck Kunst werden kann

Sparkassendirektor Ralph Marx (Bildmitte) begrüßte sieben Künstlerinnen und Künstler sowie Artefix-Chefin Veronika Kiesel (links) zur neuen Ausstellung im Kundenfoyer des Geldinstitutes in Homburg.
Sparkassendirektor Ralph Marx (Bildmitte) begrüßte sieben Künstlerinnen und Künstler sowie Artefix-Chefin Veronika Kiesel (links) zur neuen Ausstellung im Kundenfoyer des Geldinstitutes in Homburg. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Bis 19. Oktober zeigen Dozenten der Kunstschule Artefix ihre Arbeiten in der Ausstellung „Kunst und Handwerk“. Von Sebastian Dingler

Das Kundenfoyer der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse Saarpfalz in der Talstraße in Homburg beherbergt seit Dienstag eine neue Ausstellung. Unter dem Titel „Kunst und Handwerk“ stellen dort neun Dozenten der freien Kunstschule Saarpfalz Artefix aus. Das Wort Handwerk wurde deshalb in den Titel genommen, weil es sich um Kunstformen wie das Filzen, Weben oder Töpfern handelt.

Sparkassendirektor Ralph Marx begrüßte die etwa 70 Gäste zu „einer ganz besonderen Ausstellung“, zu der Artefix-Leiterin Veronika Kiesel die Idee hatte. Diese führte anschließend gemeinsam mit Eva-Maria Kohl und Monika Finsterer in die Ausstellung ein. Da ging es zunächst um die Filzarbeiten von Marina Beyer aus Walshausen, die Arbeiten aus handgefertigtem Filz ausstellt. Sie verbindet Wolle mit Wolle, aber auch Wolle mit Seide. Dabei entstanden auch eingerahmte Bilder für die Wand. Elke Cantrups Arbeiten aus gewebtem Stoff eignen sich ebenfalls als Wandbilder, ein Steckenpferd hatte sie ebenfalls mitgebracht mit einem Kopf aus Textilien. „Bei ihr sehen wir, wie fließend der Übergang vom Handwerk zur Kunst ist“, sagte Monika Finsterer.

Andrea Rauscher, die selbst nicht anwesend sein konnte, verwendet das robuste und harzhaltige Holz der Zirbe, um es in kleine Späne zu hobeln und damit Kissen zu füllen. Auch stellt sie Schmuck aus dieser Holzart her.



Monika Finsterer selbst stellt Keramikarbeiten wie eine Serie aus immer kleiner werdenden Krügen aus. Ihren Schwerpunkt legt sie auf das Töpfern nach historischen Vorbildern. Mit größeren Steinen arbeitet Barbara Hilgers. Mit Hammer, Spitzeisen, Knüpfel und Zahneisen gibt sie dem Sandstein eine gewünschte Form. Oder sie schleift härtere Gesteinsarten in die Form einer Bohne. „Bohnen und Speck“ hat sie ihren Teil der Ausstellung benannt, denn sie hat neben den Steinarbeiten auch eine Art Horn wie von einer Meeresschnecke gebastelt – aus Schweinespeck.

Michael Hussmann wiederum bearbeitet Holz in allen möglichen Formen und mit allen möglichen Methoden. Dabei verwendet er den Stechbeitel ebenso wie Feuer. Eva-Maria Kohl beklagte dann darauf, dass Willi Krebs und sie als Radierer häufig auf die Verwendung eines Radiergummis angesprochen würden. Dabei ginge es bei einer Radierung in Wirklichkeit nur um das Anbringen von Vertiefungen auf eine Metallplatte. Dazu werde gewöhnlich eine Kaltnadel genommen, es kämen aber auch CDs, Kartonverpackungen oder ätzende Flüssigkeiten zur Anwendung.

Zuletzt wurden die Schmuckstücke von Marie-Luise Khiar aus Illingen vorgestellt. In ihren Kursen können Anfänger mit weniger wertvollen Metallen wie Messing üben, ehe es an die Edelmetalle geht.

Am Ende ergriff Ralph Marx noch einmal das Wort. Während der Vorbereitung auf die Ausstellung sei die Idee hochgekommen, ob das, was jetzt in der Kreissparkasse gezeigt wird, nicht auch ein Thema sei, das man als Projektarbeit den Schulen anbieten könne. Daraufhin wurden sämtliche Grundschulen im Saarpfalz-Kreis angeschrieben. Die Resonanz darauf sei hervorragend gewesen, 17 Schulen wollten dabei gerne mitmachen. Die Artefix-Dozenten werden also den Schülern Workshops in den verschiedenen Kunsthandwerkstechniken geben, die Ergebnisse sollen in einer weiteren Ausstellung gezeigt werden.

Die Ausstellung „Kunst und Handwerke“ läuft noch bis einschließlich Freitag, 19. Oktober, in der Kreissparkasse Saarpfalz in der Talstraße in Homburg.