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Unmut über Mängel auf dem Friedhof
Aussegnungshalle bis auf Weiteres gesperrt

 Absperrungen machen deutlich: Die Einsegnungshalle Schwarzenbach ist nicht nutzbar.
Absperrungen machen deutlich: Die Einsegnungshalle Schwarzenbach ist nicht nutzbar. FOTO: Thorsten Wolf
Schwarzenbach. Das Gebäude auf dem Friedhof in Schwarzenbach ist einsturzgefährdet. Die Stadt ist allerdings auf eine Fachfirma angewiesen, die sich den Schaden aber wohl erst im Januar anschauen kann. Und dann ist da die Frage der Kostenübernahme. Von Eric Kolling

Als ob eine Beerdigung für sich nicht schon traurig genug wäre: Wenn diese wegen äußerer Umstände noch problematisch abläuft, bringt das manchen zu Recht auf die Palme. Von einem solchen Fall berichtet unsere Leserin Sabine Motsch in Bezug auf die Aussegnungshalle auf dem Schwarzenbacher Friedhof. Diese sei seit vier bis fünf Wochen gesperrt und nicht mehr nutzbar. „Das heißt für die Trauergemeinde, dass die Beerdigung bei schlechtem Wetter entweder im Ruckzuck-Verfahren direkt am Grab „erledigt“ wird oder dass man alternativ erstmal nach Homburg zum Hauptfriedhof in die dortige Aussegnungshalle fährt und anschließend wieder nach Schwarzenbach, was ich definitiv nicht für eine geeignete Lösung halte“, schreibt Motsch.

Auf unsere Anfrage gibt Stadtsprecher Jürgen Kruthoff eine Auskunft, die Motsch kaum gefallen dürfte: Die 1995, also vor fast 25 Jahren für rund 250 000 D-Mark errichtete Halle ist in ihrer Bestandssicherheit eingeschränkt und wird vermutlich bis Ostern nicht nutzbar sein. Mehrere Holzbalken seien morsch und nicht mehr tragfähig. Regenwasser ist offenbar eingedrungen, kaputte und somit undichte Silikonfugen dürften hierbei eine Rolle gespielt haben.

 So sehen die Balken an der Aussegnungshalle aus der Nähe betrachtet aus.
So sehen die Balken an der Aussegnungshalle aus der Nähe betrachtet aus. FOTO: Sabine Motsch


Wie groß der Schaden und damit einhergehend der Sanierungsbedarf sich insgesamt darstellt, kann die Stadt laut Kruthoff aber aktuell gar nicht ermitteln. Fachfirmen seien involviert, die das Holz genauer untersuchen müssten. Dafür müssen die großen und schweren dort verbauten Glasplatten entnommen werden. Doch die Fachfirmen, die anders als die Stadt über die entsprechenden Werkzeuge für diese Maßnahme verfügen, haben so volle Terminkalender, dass sie wohl erst im Januar in Schwarzenbach loslegen können. Schließlich sollen die Glaselemente bei der Maßnahme nicht beschädigt werden.

Bereits nach dem, was man aktuell mit dem bloßen Auge erspähen kann, sei der Schaden „erheblich“ erklärt Kruthoff. Es steht wohl eine „aufwändige Sanierung an, die nicht preiswert sein wird“. Ein paar tausend Euro lautet eine aller­erste vage Schätzung. Ob die Stadt so viel Geld jetzt ausgeben kann und will, das ist aber laut Kruthoff auch unklar. „Die Frage ist, ob wir die Haushaltsmittel haben. So wie im Moment der Haushalt für 2020 aussehen wird, wird das schwierig genehmigungsfähig zu bekommen sein“, sagt Kruthoff. Und wenn die Stadtgremien die Reparatur erst für Sommer genehmigen, müsse man schauen, ob man Reste des aktuellen Haushalts verwenden könne oder die Genehmigung für eine außerplanmäßige Ausgabe erteilt. „Es kann nicht der Zustand sein, dass ein Friedhof nicht in Gänze zu benutzen ist“, räumt der Stadtsprecher ein, und so Beerdigungen ohne eine feierliche Unterstellmöglichkeit und ein würdiges Abschiednehmen verhindert werden. Die Stadt sei daran interessiert, diesen Zustand möglichst kurz zu halten.

Kruthoff erläutert weiter, dass man eine provisorische Stabilisierung der Aussegnungshalle veranlasst habe. Diese sorge aber nur dafür, dass sie nicht einbricht und sich dadurch ein Schaden noch vergrößert beziehungsweise an den riesigen Glaselementen erst entsteht. Aber: „Das darf niemanden zu verleiten, sich dort unterzustellen. Die Halle ist weiter unbenutzbar!“ stellt er klar.

Auf Mängel bei der Aussegnungshalle war bereits vor drei Jahren, im November 2016, im Rahmen der Dialogtour des damaligen Oberbürgermeisters Rüdiger Schneidewind hingewiesen worden. Damals hieß es, die Stadtverwaltung werde diese „bald“ prüfen.