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14 Menschen bei Ausschreitungen verletzt
Nach dem Fußball-Derby gab es Krawall

Im Waldstadion war am Samstag beim Spiel FCH gegen den FCS noch alles in Ordnung. Störungen durch Verwendung von Pyrotechnik blieben aus. Allerdings gab es danach in der Stadt Gewaltausbrüche.
Im Waldstadion war am Samstag beim Spiel FCH gegen den FCS noch alles in Ordnung. Störungen durch Verwendung von Pyrotechnik blieben aus. Allerdings gab es danach in der Stadt Gewaltausbrüche. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Nach der Fußball-Partie der Erzrivalen FC Homburg gegen den FC  Saarbrücken hat es in Homburg am Samstag Ausschreitungen gegeben. 14 Menschen wurden dabei verletzt. Von Markus Hagen

Eigentlich stimmte am Samstag zum Lokalderby der Regionalliga Südwest im Homburger Waldstadion bei der Partie zwischen dem FC Homburg und dem Erzrivalen aus der Landeshauptstadt 1. FC Saarbrücken alles. Tolles Wetter, 9000 Zuschauer bildeten eine glänzende Kulisse, die dann eine ereignisreiches Spiel sehen sollten. Auch das Ergebnis mit einem 2:1-Sieg für die Luginger Elf passte  aus Sicht des FC Homburg. Allerdings versetzten die Vorfälle nach dem Abpfiff in der Homburger Vorstadt Polizei und Sanitätskräfte in Alarmstimmung. Es gab Krawalle und Verletzte.

Der Anmarsch beider Fangruppen zum Saar-Derby im Homburger Waldstadion war noch ohne Vorfälle verlaufen, auch während des Spiels blieb es, abgesehen von vier Böllerschüssen im Saarbrücker Fanblock, relativ ruhig. Nach dem Ende der Partie der Erzrivalen gab es dann allerdings erhebliche Auseinandersetzungen zwischen Fans des FCS und des FCH.

Die Polizei musste im Bereich der Oberen und Unteren Allee dazwischen gehen, setzte Pfefferspray und Schlagstöcken ein. Es gab nach Informationen von Polizeirätin Alexandra Besse Anzeigen wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung, des Einsatzes von Böllern und Pyrotechnik gegen einige Fußballfans. „Zudem wurden einige Fans zur Identitätsfeststellung vorübergehend auf die Dienststelle mitgenommen. Dies galt auch für einige stark alkoholisierte Fans", so die Einsatzleiterin. Bei den Ausschreitungen nach dem Spiel wurden vier Polizeibeamten und zehn Fans verletzt.



„Das ist schon sehr ärgerlich, kommt aber leider immer wieder bei solchen Fußballspielen vor“, sagte Alexandra Beese.

 Bernhard Benz, Sicherheitsbeauftragter beim FC Homburg, freute sich angesichts der Krawalle nach dem Spiel daher zu früh. „Alles verlief in geordneten Bahnen. Bis auf die vier gezündeten Böller im Saarbrücker Fanblock, gab es keine nennenswerten Vorfälle während des Spiels“, hatte er kommentiert. Dies sei schon ganz anders gewesen, erinnert sich Benz an die Pokalpartie zwischen dem FC Homburg und dem 1. FC Saarbrücker im März  im Homburger Waldstadion. Wegen Böllern und dem Anzünden von Pyrotechnik im Fanblock des FCS musste die Partie damals unterbrochen werden, stand sogar kurz vor dem Abbruch. Auch da hatte man in der Stadt mit massiven Gewaltausbrüchen zu kämpfen. Bezüglich Pyrotechnik hatten die Sicherheitsmaßnahmen beim FC Homburg diesmal gefruchtet. Zudem gab es seitens des 1. FC Saarbrücken fruchtbare Appelle an die eigenen Fans, diese gefährlichen Leuchtfackeln nicht mit in das Stadion zu nehmen. „Pyrotechnik – Nein Danke“: Dies war beim Saar-Derby endlich einmal der Fall.

Auch im Vorfeld des Spiels am vergangenen Samstag ging es beim Anmarsch beider Fangruppen noch einigermaßen „gesittet“ zu.

Die Polizei hatte sich für diesen „Großkampftag“ schon angesichts der Ereignisse vom März entsprechend vorbereitet, war mit mehreren hundert Einsatzkräften vor Ort. Straßen waren abgesperrt worden, der FCH hatte zudem deutliche Einschränkungen ausgesprochen, welche Fan-Utensilien mitgebracht werden dürfen. Was das Ganze zusätzlich erschwerte: Am Samstag fanden in Homburg zeitgleich mehrere Veranstaltungen statt, allen voran der Landmarkt in der Innenstadt sowie die Eröffnung eines Möbelhauses. Am späten Nachmittag wurde zudem die Homburger Wiesn am Forum eröffnet.

 Thomas Raber von der Homburger Polizei: „Es gab zwar einige Provokationen zwischen den Fans aus Saarbrücken und Homburg, aber dank unserer Polizeieinsatzkräfte konnten wir körperliche Auseinandersetzungen im Bereich Obere und Untere Allee verhindern.“

Allerdings eskalierte dann die Lage, wie bereits erwähnt,  nach der Partie. Keine schönen Szenen nach einem Spiel, das eigentlich bis zum Abpfiff ein richtiges schönes  Fußballfest war.

Die Polizei war für den Samstag gerüstet. Sie musste nach dem Saar-Derby in Homburg bei massiven Ausschreitungen eingreifen.
Die Polizei war für den Samstag gerüstet. Sie musste nach dem Saar-Derby in Homburg bei massiven Ausschreitungen eingreifen. FOTO: Ulrike Stumm