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Reiterzeltlager in Einöd
Ausgelassene Ferien auf dem Ponyhof

Das Zeltlager ist für die kleinen Pferdefreunde sehr abwechslungsreich. Hier lernen die jungen Teilnehmer unter anderem, wie die Ponys richtig gebürstet und gekämmt werden. 
Das Zeltlager ist für die kleinen Pferdefreunde sehr abwechslungsreich. Hier lernen die jungen Teilnehmer unter anderem, wie die Ponys richtig gebürstet und gekämmt werden.  FOTO: Cordula von Waldow
Einöd/zweibrücken. Beim Reitverein Einöd bot die Zeltlagerwoche 14 Kindern und Jugendlichen spannende Einblicke. Von Cordula von Waldow

„Ich bin klatschnass“, stellte Joanna Merz fest. Die achtjährige Homburgerin hatte gemeinsam mit den anderen Kindern beim Ferienzeltlager des Reitvereins Einöd, Wasserball gespielt. Von außen musste mit Muskelkraft der runde Pool so bewegt werden, dass die Wasserwellen ein Anlegen des Balls am Rand vor dem Kind verhinderten.

Dabei schwappten die Wogen hoch. „Ja, geh Dich umziehen. Gleich reiten wir“, ermunterte Annabelle Herzog. Die Vereinsvorsitzende gehört zu den fünf Vollzeit- und Halbtags-Betreuern, die sich während der beliebten Zeltlagerwoche mit 14 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren beschäftigten.

„In diesem Jahr haben wir besonders viel Kleine, nachdem im vergangenen Jahr viele Große altersmäßig rausgewachsen sind“, stellt sie fest. Deshalb bringt die Zweibrückerin Uta Rosenau jeden Tag ihre beiden Ponies in Ergänzung der Einöder Schulpferde und Ponies mit. Die beiden wurden auf dem großen Rasenplatz zum Grasen „geparkt“ und ließen sich dabei willig von den Kinderhänden putzen und streicheln.



Zur Vorbereitung zum Reiten wurden sie am Zaun angebunden, bekamen gründlich das Fell gebürstet sowie Mähne und Schweif eingeflochten. Dann erst kam der Voltigiergurt auf ihren Rücken. „Heute führen wir die Kinder den großen Wall hinauf und hinunter. Morgen geht es zu einem geführten Ausritt ins Gelände“, verkündete Uta Rosenau. Währenddessen gab Jasmin Haumesser in der Reithalle Unterricht für die Fortgeschrittenen. „Wir machen morgen mit Birgit Hohlweg einen Ausritt mit Galopp“, freute sich Greta Guth, die ihr eigenes Pferd mitgebracht hat. Für abends planten die Betreuer eine spannende Nachtwanderung. „Gestern waren wir im Holiday-Park“, berichtet Joanna. Kaum abgetrocknet, freut sie sich schon darauf, nachmittags in den Pool zu dürfen, wenn die Sonne herum gekommen ist. Fünf Jungs sind diesmal dabei, darunter mit Niels Herzog und seinem Freund Philip Hurth (sechs) auch zwei Fußballspieler. „Ich mache beides, reiten und kicken“, erklärt Niels und greift nach dem Federballschläger für ein kurzes Match. „Wir machen hier so viel“, schwärmt die neunjährige Louisa. „Reiten, spielen, basteln, die Pferde pflegen, Schnitzeljagd, Treckerfahrt mit Picknick“, zählt sie auf.

Besonderen Spaß macht ihr das Voltigieren, das Turnen auf dem Pferd.“ Am Samstag kommen unsere Eltern, da gibt es einen Grillnachmittag mit Vorführungen“, freut sie sich. Im Jugendraum ist Ruven Kunz gerade dabei, das Mittagessen vorzubereiten: Geschnetzeltes und handgeschabte Spätzle.

Der gelernte Koch wirkt erstmals als Betreuer mit und wird tagsüber von Ehefrau Alina und den beiden kleinen Kindern besucht. Sie reitet in Einöd. „Für die Kinder gibt es nichts Besseres, als so eine gemeinsame Freizeit, bei der sie so viel lernen und erleben“, erinnert sich der 28-jährige Familienvater an seine Jugendzeit bei den Pfadfindern. Er will etwas davon zurückgeben. Er weiß: „Vereine können solche tollen Aktionen nur anbieten, wenn sie genügend Helfer haben.“