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Stadtrat Homburg
Also doch: Der Aufzug kommt

Auch diesen Blick auf Homburg will die Stadt nun mit der touristischen Neuerschließung des Schlossbergs besser vermarkten.
Auch diesen Blick auf Homburg will die Stadt nun mit der touristischen Neuerschließung des Schlossbergs besser vermarkten. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Einstimmig bei zwei Enthaltungen verabschiedete der Stadtrat die „touristische Erschließung des Schlossbergs“. Von Thorsten Wolf

Einstimmig bei zwei Enthaltungen von Barbara Spaniol (Linke) und Heike Dooley (SPD) hat der Homburger Stadtrat die Pläne für die touristische Neuerschließung des Schlossbergs und der Schlossberghöhlen vorangetrieben. Um was geht es konkret?

Bis 2023 soll der Schlossberg mit einem zweiteiligen Aufzugsystem von der Homburger Altstadt aus barrierefrei zu erreichen sein. Einstiegspunkt ist das Ende der Fruchthallstraße. Von dort aus führt ein erster Aufzug auf die Höhe des ebenfalls neu geplanten Besucherzentrums, das die bisherige Eingangssituation der Schlossberghöhlen ersetzen und darüber hinaus der zentrale und multifunktional nutzbare Anlaufpunkt für Touristen am Schlossberg sein soll.

Den ersten Aufzug und den Eingang zum Infozentrum verbindet ein Baumwipfelpfad. Mit einem zweiten Aufzug besteht dann von dort aus die Möglichkeit, das Niveau der Schlossberghöhenstraße zu erreichen. Endpunkt dieses zweiten Aufzugs ist eine 360-Grad-Aussichtsplattform. Von dort aus geht es über einen „Sky-Walk“ zur Schlossberghöhenstraße und damit zum Zugang der Ruine der Hohenburg.



Laut einer ersten Grobkosten-Schätzung werden sich die für dieses Projekt nötigen Finanzmittel auf eine Höhe zwischen fünf und sieben Millionen Euro belaufen. Im „schlimmsten“ Falle beliefe sich dann der Eigenanteil der Stadt Homburg auf 2,1 Millionen Euro. Anselm Römer, der zuständige Abteilungsleiter im saarländischen Wirtschaftsministerium, zeigte sich, wie er am Donnerstag versicherte, von den Plänen „echt beeindruckt. Die Realisierung dieses Konzeptes wäre ein Quantensprung.“

Auch zur Fragen im Hinblick auf die Finanzierung, und die Förderung des Projektes gab Römer den Ratsmitgliedern Auskunft. Er verdeutlichte dabei, dass eine Co-Finanzierung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) für den aktuellen Förder-Zeitraum 2014 bis 2020 (Nachweis der Verwendung der Fördermittel bis 2024) alternativlos sei. Denn nur in diesem Zeitraum sei die Sicherheit gegeben, dass das Homburger Projekt die gegenwärtigen Kriterien für eine Efre-Förderung erfülle.

Damit ergebe sich auch der ambitionierte Zeitplan, der einen Abschluss der Arbeiten bis 2023 vorsehe. Zum Hintergrund: Nur Ausgaben bis zum 31. Dezember 2023 werden durch das aktuelle Efre-Programm gefördert. Raimund Konrad (CDU), Homburgs ehrenamtlicher Beigeordneter für Kultur, erinnerte im Anschluss daran, dass die Stadt zur Sicherung des einsturzgefährdeten „großen Bruchs“ an der Bergflanke auf der Stadtseite sowieso einen fünfstelligen Geldbetrag aufbringen müsse. An eben dieser Stelle das neue Besucherzentrum zu errichten, sei da eine „charmante Lösung“.

Zudem wehre er sich vehement gegen den Eindruck, die geplanten Aufzüge seien das zentrale Element der Planungen, vielmehr gehe es um eine echte touristische Erschließung des gesamten Schlossbergs. Widerspruch zu den Plänen, vorgetragen und erläutert von Roland Ecker von der Homburger Bauverwaltung, gab es im Stadtrat nicht. Einzig Barbara Spaniol (Linke) mahnte, gerade mit Blick auf die skizzierte, kurze Zeitschiene, Vorsicht an. „Ich möchte jetzt wirklich nicht die böse Bedenkenträgerin sein, aber es ist wirklich ein großes Projekt. Wir kennen alle die Risiken, die mit sowas verbunden sind. Und deswegen habe ich da schon ein bisschen Bauchweh.“ So gab sie zu bedenken, was passieren könne, wenn der Zeitplan nicht eingehalten werden kann. „Wer fängt dann was und wie auf? Ich mache mir da einfach Sorgen.“

Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) brachte hier die Idee eines eigenständigen Ausschusses als Begleitung für das Großprojekt in die Diskussion ein. „Und ich denke, das macht auch Sinn.“