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Ärger um Straßenbaumaßnahme in Homburg
Erbach-Umgehung wird komplett saniert

 Ab Mitte März plant der Landesbetrieb für Straßenbau die Sanierung der Robert-Bosch-Straße (L 118/Erbach-Umgehung) vom Homburger Hauptbahnhof bis zur Ortsdurchfahrt Jägersburg.
Ab Mitte März plant der Landesbetrieb für Straßenbau die Sanierung der Robert-Bosch-Straße (L 118/Erbach-Umgehung) vom Homburger Hauptbahnhof bis zur Ortsdurchfahrt Jägersburg. FOTO: Thorsten Wolf
Erbach/Jägersburg. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass vor dem Autobahnausbau der drei Ohren auf der anderen Seite die Straße von Homburg bis Jägersburg saniert wird. Jetzt regt sich dagegen in Reiskirchen allerdings Widerstand. Von Thorsten Wolf

Noch bevor es im Sommer mit den Umbauarbeiten am Autobahnschluss Homburg-Bexbach richtig los gehen soll (wir berichteten), stehen auf einer anderen Homburger Hauptverkehrsader umfangreiche Sanierungsarbeiten an. So will der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) die Straßendecke der Landstraße 118 (Robert-Bosch-Straße/Erbach-Umgehung) zwischen dem Homburger Hauptbahnhof und der Ortsdurchfahrt Jägersburg erneuern. Der Start ist gegenwärtig für Mitte März geplant, laut Auskunft des LfS muss ein erster Teil der Arbeiten dann bis zum 30. Juni beendet sein. Hintergrund dafür sind die in der Folge anstehenden Arbeiten an der B 423, einschließlich deren Vollsperrung im Sommer. Geplant ist, die Maßnahme in unterschiedlichen Baufenstern nacheinander abzuarbeiten – so sollen die Behinderungen für den Verkehr und die Anlieger minimiert werden.

Für Ärger sorgt nun ein Schreiben der „Bürgerinitiative A 6 Homburg“ an unsere Zeitung, gezeichnet von Manfred Ecker und Norbert Riefer. Unter dem Titel „Der nächste Schildbürgerstreich des LfS droht in Homburg“ werfen die beiden dem Landesbetrieb unter anderem eine mangelhafte Informationspolitik vor. So seien viele anliegende Unternehmen bislang nicht über die Bauarbeiten in Kenntnis gesetzt worden. Und weiter heißt es wörtlich: „Wer jedoch bisher überhaupt nicht über diese umfangreiche Baumaßnahme zur Unzeit informiert wurde, ist die Homburger Stadtverwaltung (weder Bürgermeister Forster, noch dem am 30. Januar 20 tagenden Bauausschuss war dies bekannt) und vor allem wieder einmal nicht dem Stadtrat. Speziell dieser scheint allgemein für den LfS keine allzu große Bedeutung zu haben.“ Auch zu lesen ist: „Zur Unzeit geschieht dies alles, weil die Reiskircher Richardstraße offenbar nicht wieder geöffnet werden soll und die umfangreichen Baumaßnahmen am bestehenden Anschluss Homburg/Bexbach jetzt so langsam in Fahrt kommen, was im Höhepunkt der Vollsperrung der B 423 im Sommer gipfelt und bereits jetzt punktuell viele Verkehrsprobleme mit sich bringt.“

Der Landesbetrieb für Straßenbau hat dieser Darstellung auf Anfrage unserer Zeitung deutlich widersprochen – und zum Beleg für eine umfangreiche Vorabinformation auch entsprechende Dokumente vorgelegt. Darunter befindet sich auch ein Schreiben an die Homburger Verwaltungsspitze, datiert vom 8. Oktober 2019. Darin wird die Sanierungsmaßnahme angekündigt und die Stadt um Hinweise gebeten, ob Homburg selbst in diesem Straßenbereich im avisierten Bauzeitraum aktiv ist. Ebenfalls zeigen schriftliche Vermerke des Landesbetriebs anhand von Unterschriften, dass Mitarbeiter der Homburger Stadtverwaltung an entsprechenden Vorgesprächen teilgenommen haben. LfS-Pressesprecher Klaus Kosok: „Informationsverfahren und Verkehrsabstimmungsgespräche zur Maßnahme laufen bereits seit Oktober. Die Stadt Homburg war ebenso umfassend eingebunden wie größere, unmittelbar betroffene Gewerbetreibende, Polizei, Feuerwehr, ÖPNV und andere.“



Den Vorwurf, der LfS habe vor allem den Stadtrat nicht informiert, lässt Kosok so auch nicht gelten und verweist auf die gültige Rechtslage. „Der Stadtrat hat aus rein formalrechtlichen Gründen in der Tat keine primäre Bedeutung. Nach den Vorschriften des kommunalen Selbstverwaltungsgesetzes ist der (Ober)bürgermeister gesetzlicher Vertreter der Kommune. Er oder sie hat mit Unterstützung seiner oder ihrer Verwaltung die Information der städtischen Gremien sicherzustellen.“ Tatsächlich wurde der Homburger Stadtrat im Grundsatz aber über die anstehenden Sanierung informiert, als LfS-Planer Torsten Ebel bei einer Sitzung im vergangenen Jahr noch einmal die anstehenden Umbaumaßnahmen am Autobahnanschluss Homburg-Bexbach vorstellte. Hier findet sich auch ein Grund für diese Sanierung: Die L 118 soll in gewissen Bauphasen der Großbaustelle an der B 423 als Umleitung genutzt werden – und soll deswegen ertüchtigt werden, so der LfS.

Was wird nun wann passieren? Klaus Kososk: „Die Instandsetzungsmaßnahme auf der L 118 ist ausgeschrieben, der Zuschlag wurde noch nicht erteilt. Konkrete Termine stehen noch nicht fest, nur geplante Zeitfenster. Der erste Abschnitt ab Mitte März soll die Strecke zwischen dem Bahnhof und der Berliner Straße umfassen. Unmittelbare Anlieger dieses Abschnittes mit erkennbar größerem Verkehrsaufkommen wurden im Vorfeld informiert und in die Verkehrsabstimmungsgespräche eingebunden.“ Die Anlieger im weiteren Verlauf der Baumaßnahme würden dann informiert, wenn die Zeiten für die einzelnen Folgeabschnitte konkret festlägen, so der Sprecher des Landesbetriebes.