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Das lange Warten auf neue Möglichkeiten
Auf eigene Faust durch die Höhlen

 Im Jahr 2015, bei der Konzert-Groß-Veranstaltung, die unter dem Titel „Sing City trifft Orchester“ in der gesamten Stadt stattfand, waren die Homburger Schlossberghöhlen eine beeindruckende Spielstätte. Wenn es klappt mit den erweiterten Besichtigungsmöglichkeiten, dann könnten künftig in den Höhlen weitere Ebenen besichtigt werden, Besucher könnten sich dann auch ohne Führung frei bewegen.
Im Jahr 2015, bei der Konzert-Groß-Veranstaltung, die unter dem Titel „Sing City trifft Orchester“ in der gesamten Stadt stattfand, waren die Homburger Schlossberghöhlen eine beeindruckende Spielstätte. Wenn es klappt mit den erweiterten Besichtigungsmöglichkeiten, dann könnten künftig in den Höhlen weitere Ebenen besichtigt werden, Besucher könnten sich dann auch ohne Führung frei bewegen. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Homburger Schlossberghöhlen können nur im Rahmen einer Führung und auf einer Ebene erkundet werden. Seit langem will man die Möglichkeiten erweitern. Nun soll es ab Mai klappen, eine defekte Kamera funktioniert wieder. Von Ulrike Stumm

Sie gelten als Wahrzeichen Homburgs, sind aber seit vielen Jahren nur eingeschränkt zu besichtigen. Die Homburger Schlossberghöhlen sind mittlerweile zu einer Art Dauerthema geworden oder eher die Möglichkeiten, sie zu besichtigen. Die sollen wieder vielfältiger werden, nachdem sie ja bekanntlich mittlerweile seit Jahren stark eingeschränkt sind. Zur Erinnerung: Es gab 2003 einen Teileinsturz von größeren Brocken aus der Buntsandstein-Decke, danach wurden die Höhlen gesperrt, aufwändig saniert, dann erneut geöffnet, sind aber seitdem aber nur zu besichtigen, wenn man sich einer Führung anschließt – und auch nur in Teilen.

Immer wieder wurde der Neustart mit mehr Freiheiten für Besucher bei der Besichtigung verschoben, zuletzt hing es an einer Kamera, die defekt war (wir berichteten). Die Video-Überwachung sollte eigentlich schon längst in Betrieb gegangen sein. Durch diese soll es Besuchern nämlich ermöglicht werden, abseits der Gruppenführungen die Schlossberghöhlen zu erkunden. An der Umsetzung dieser Pläne arbeitet man bei der Stadt bereits seit mehr als sechs Jahren. 2012 hieß es, man wolle diese bis zum Jahresende installieren. Weiter sollte ein Audio-Guide erstellt werden. Immer wieder wurde der Start verschoben. So manch einer glaubte schon gar nicht mehr wirklich daran.

Nun soll es aber tatsächlich ernst werden mit den erweiterten Besuchsmöglichkeiten. Im Mai will man soweit sein, kündigte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff auf Nachfrage unserer Zeitung an. Die defekte Kamera funktioniere mittlerweile wieder. Generell, so Kruthoff, sei es mit elektrischen Geräten in den Höhlen eine kniffelige Sache. Diese könnten relativ schnell kaputtgehen, wie das auch bei der verschiedenfarbigen Beleuchtung der Fall gewesen sei, die es einmal gab. Das liege am feuchten Sandstein. Wenn im Berg irgendwo der Blitz einschlage, dann werde die hohe Spannung so stark übertragen, dass elektrische Geräte eben leicht Schaden nähmen.



Wenn die Kameraüberwachung aber nun funktioniert, warum geht es dann nicht sofort los mit den Neuerungen? Es gibt in Sachen Höhlenbesichtigung mal wieder ein weiteres Problem mit einem ziemlich komplizierten Hintergrund. Das hängt auch damit zusammen, dass die Höhlen ein Bergwerk sind und damit dem Oberbergamt unterstehen, erläutert Kruthoff. Nun sei der Hauptbetriebsplan, der seit vielen Jahren gelte, im März ausgelaufen. Die Höhlen würden derzeit mit einer Verlängerung dieses Plans betrieben, seien daher „ganz normal“ geöffnet, das häufig als Ebene zehn bezeichnete Stockwerk könne also weiter geführt besichtigt werden. Durch die Einführung der Kameraüberwachung sollten allerdings auch zwei weitere Ebenen für Besucher zugänglich sein, sodass man sich auf drei Ebenen in den Höhlen bewegen könne – und zwar frei, ohne Führung, wenn man dies wünsche. Der Charme der zusätzlichen Ebenen liege unter anderem darin, dass diese nicht so groß und vor allem hoch seien wie die bislang geöffnete Ebene zehn. Der Bergwerkscharakter trete hier stärker zutage. Die Gänge seien niedrig, größere Menschen müssten gebückt gehen, führte Kruthoff aus.

Parallel wurde nun der Antrag auf einen neuen Hauptbetriebsplan gestellt, sagte er weiter. Nächste Woche rechne man mit der Genehmigung. Dieser Plan ändere zwar für die Besucher nichts, man wolle aber darauf warten und im Mai dann die Erweiterung starten lassen. Eine kleinere Verbesserung erlaube dieser neue Plan: Weil es eine neue Belüftung gebe, könnten sich nun 140 Personen zeitgleich in den Höhlen aufhalten, bisher waren 120 erlaubt. Das ist vor allem für Veranstaltungen interessant. Nun hofft man nicht nur bei der Stadt darauf, dass es endlich wirklich losgehen kann und man hier nicht erneut verschieben muss. Wenn’s klappt, dann könnte man die Schlossberghöhlen ab Mai wieder auf drei Ebenen besichtigen – ohne an einer Führung teilzunehmen.

 Eine ganz eigene Atmosphäre haben die Schlossberghöhlen. Nun sollen ab Mai wieder mehr Stockwerke zugänglich sein.
Eine ganz eigene Atmosphäre haben die Schlossberghöhlen. Nun sollen ab Mai wieder mehr Stockwerke zugänglich sein. FOTO: Thorsten Wolf