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Zeitreise im Römermuseum
Auf der Spur der alten Römer

Martin und Finn (rechts) beim Herstellung einer römischen Götterfigur. Dafür rührten die beiden Gips an, den sie dann vorsichtig in eine Schablone gossen. Und nach etwa einer Stunde Trocknungszeit konnte jeder der Brüder die Figur stolz in seinen Händen halten.
Martin und Finn (rechts) beim Herstellung einer römischen Götterfigur. Dafür rührten die beiden Gips an, den sie dann vorsichtig in eine Schablone gossen. Und nach etwa einer Stunde Trocknungszeit konnte jeder der Brüder die Figur stolz in seinen Händen halten. FOTO: markus Hagen
Schwarzenacker. Weil die Verantwortlichen des Ferienprogramms im Römermuseum in Schwarzenacker auch in diesem Sommer attraktive Veranstaltungen angeboten haben, tauschten viele Schüler gerne Badehose gegen Basteln. Von Markus Hagen

Temperaturen von weit über 30 Grad waren wohl verantwortlich dafür, dass der letzte Aktionstag des Ferienprogramms 2018 im Römermuseum in Schwarzenacker nicht mehr ganz so viele Kinder anlockte wie an den Dienstagnachmittagen zuvor während der Schulferien.

„Wahrscheinlich sind die Kinder dann doch lieber ins Schwimmbad gegangen als zu uns zu kommen“, erklärte Renate Dilly-Liefke, Leiterin der Ferienaktion im Römermuseum (Eine erste Bilanz der diesjährigen Veranstaltungen wird am Ende des Textbeitrages gezogen). Immerhin 20 Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren hatten auf ihren möglichen Schwimmbadbesuch verzichtet, um sich am Tag sechs der Ferienaktion in der Jupiter AG mit Römern und ihren Göttern zu beschäftigen.

Dafür hatte das Mitarbeiterteam des Museums – wie bei den Veranstaltungen zuvor – einige interessante Bastel- und Mitmachaktionen für seine Gäste ausgewählt, die bei den Mädchen und Jungs große Begeisterung auslösten. Im Rahmen einer Entdeckungstour zur römischen Götterwelt beispielsweise wurde spielerisch die Bedeutung der einzelnen Götter vorgestellt.Hierzu wurde eine Götterfigur angefertigt und eine Opferhandlung zelebriert. Auch die weiteren Themen und Aufgaben zogen die 20 Kinder in ihren Bann – volle vier Stunden lang. Vor der Zeremonie wurden Räucherwerk, Musikinstrumente und Opfergaben hergestellt. Den Anfang sollte eine Art Rassel-Trommel machen, verziert mit einer Perlenschnur. Sie diente zum Einläuten der Zeremonien. Zudem wurde Gips angerührt, der dann behutsam in eine Holzschablone gegossen wurde.



Nach über einer Stunde Trocknungszeit war dann auch dieses Werk vollendet: Der Gips konnte vorsichtig entfernt werden. Zum Vorschein kam eine Götterfigur, die als Belohnung mit nach Hause genommen werden durfte. Darüber hinaus stellte der Nachwuchs auch noch Räucherwerk her – aus heimischen Blüten, Pflanzen und Kräutern wie Rosen, Lavendel, Rosmarin oder Thymian. Renate Dilly-Liefke: „Vor der Zeremonie mit einer kleinen Opferhandlung gab es noch eine ausführliche Einführung in die römische Götterwelt. Die Kinder erfuhren, welche Götter es zur Römerzeit gab und für welche Aufgaben sie jeweils zuständig waren.“

„Das ist alles sehr interessant. Ich komme jedenfalls gerne nach Schwarzenacker“, so der 13-jährige Finn, der mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Martin aus Gersheim angereist war. Schon seit zwei Jahren nutzen die beiden Schüler das Angebot. „Das ist alles sehr spannend und hochinteressant“, will sich Finn allerdings nicht festlegen, was ihm bisher am besten gefallen hat.

 Wie Finn und sein Bruder kann der Veranstalter „Stiftung Römermuseum“ auf viele Stammgäste bei seinen Ferienaktionen setzen. Seit 2012 werden diese Aktionsnachmittage während den Sommerschulferien angeboten. „Wir sind mit dem Interesse und den Teilnehmerzahlen hoch zufrieden“, zieht Renate Dilly-Liefke auch für das laufende Jahr eine erfreuliche Bilanz.

Insgesamt sind es schon rund 1000 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, die seit der ersten Auflage zum Ferienprogramm ins Römermuseum nach Schwarzenacker kommen. Trotz idealem Schwimmbadwetter waren es in diesem Sommer immerhin 160 Schüler, die an den sechs Aktionsnachmittagen dabei waren.