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Genutzt werden soll der Neubau ab Herbst 2019
Richtfest für das zentrale Hörsaalgebäude

Beim Spatenstich für das neue Unigebäude war 2016 auch die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit dabei. Nun wird Richtfest gefeiert.
Beim Spatenstich für das neue Unigebäude war 2016 auch die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit dabei. Nun wird Richtfest gefeiert. FOTO: Jörg Jacobi
Homburg. Heute wird auf dem Homburger Campus Richtfest gefeiert. Nutzen will man den Neubau mit Bibliothek und Hörsälen ab Herbst 2019. Von Ulrike Stumm

Der Name ist sperrig, ohne Frage: Zentrales Hörsaal-, Seminar- und Bibliotheksgebäude wird der Neubau auf dem Homburger Campus genannt, der im Zentrum des Klinikkomplexes entsteht, dort, wo früher die alte Klinik für Dermatologie stand und damit ziemlich am Eingang zum Gelände.

Ein Hauptgrund, warum das Gebäude so wichtig ist, befindet sich im Prinzip ganz in der Nähe und sieht – von Außen – hübsch aus: das denkmalgeschützte alte Aula-Gebäude mit dem bekannten Bogen, ein Wahrzeichen der Uni-Anlage. Hier ist derzeit die Bibliothek untergebracht. Die Bedingungen seien jedoch nicht haltbar, sagt der Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Aula-Gebäude müsste renoviert werden, die Bibliothek brauche dringend neue Räume, seit Jahrzehnten sei das bereits so. Die Lösung dieses alten Problems zeichnet sich nun ab: An diesem Mittwoch, 12. September, wird Richtfest gefeiert. Und der Bau gegenüber, in den unter anderem die medizinische Bibliothek einziehen wird, soll ab dem Wintersemester 2019, also ab Herbst kommenden Jahres, genutzt werden, hieß es auf Nachfrage aus dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport.



Etwa 17 Millionen Euro soll der Bau mit Erstausstattung kosten, so die Information beim Spatenstich im Herbst 2016 – damals mit großem Bahnhof. Annegret Kramp-Karrenbauer, zu dem Zeitpunkt noch Ministerpräsidentin, sprach von einem „besonderen Tag“. Und betonte angesichts begrenzter Mittel von der Bedeutung der Investitionen in solche Schlüsselgebäude. „Das Gebäude ist zentral gelegen und wird eine Schnittstellenfunktion für Forschung und Lehre haben.“

Mehr als 2400 Quadratmeter Nutzfläche wird der Neubau haben. Und die bietet nicht nur der Bibliothek Platz. Daneben werde es zwei große Hörsäle, die zu einem zusammenschließbar sind, sowie sieben Seminarräume geben. Zudem werde hier ein Simulationshospital eingerichtet, informiert Dekan Menger – eine Einrichtung, die schon länger gewünscht wird. Und über deren Umsetzung er sich nun sehr freut. Abgebildet wird darin sozusagen die Realität in einem Krankenhaus, Studierende können hier üben und ihr Wissen in die Praxis umsetzen. „Das haben wir in der Art noch gar nicht.“ Bislang gebe es lediglich an unterschiedlichen Stellen einige solcher Simulations-Übungsplätze. In der neuen Einrichtung könne dann an Puppen, mit Hilfe der virtuellen Realität und an Computern geübt und gelernt werden: von der Reanimation über Operationen bis zur Kniegelenksuntersuchung. Doch auch die Anamnese wird geprobt: Schauspieler, die einen kranken Patienten geben, werden von den Studenten systematisch über ihren Gesundheitszustand befragt. Das werde dann von Kameras aufgezeichnet, anschließend besprochen und diskutiert. Auch wenn es manches davon bereits gebe, durch das neue Angebot werde sehr viel mehr gemacht. Neben dem Lernen werde noch praxisnäher geprüft.

Die Seminarräume, die entstehen werden, lösen einen räumlichen Engpass, den es seit Jahren gebe. Und die beiden neuen Hörsäle – dazu kommen noch zwei weitere in der neuen Imed-Klinik – werden sehnlich erwartet. Es seien einige Hörsäle teilweise schon geschlossen oder abgerissen worden. Da müsse dringend Ersatz kommen, so Menger. Zumal die Hörsäle, die es jetzt gebe, um die 50 Jahre alt seien. Die neuen werden zudem mit fortschrittlicher Medientechnik ausgestattet, da habe sich die Welt in den vergangenen Jahrzehnten viele Schritte vorwärts bewegt.

Zudem habe man in dem neuen Bau durch die Möglichkeit, aus zwei Räumen auch einmal einen zu machen, einen Hörsaal zur Verfügung, in den 500 Leute hineinpassen. Der bestehende Anatomiehörsaal fasse zwar 400 Menschen, sei aber vom Brandschutz limitiert.

Dekan Menger sieht in den neuen Hörsaal-, Seminar- und Bibliotheksgebäude aber auch die Chance, hier beispielsweise Workshops oder Kongresse abzuhalten. Das Ganze liege „so kompakt zusammen, dass es auch als Veranstaltungs-Zentrum genutzt werden kann“.

So eine zentrale Stelle habe es auf dem Campus bisher noch nicht gegeben, dabei sei schon in den 70er Jahren gefordert worden, dass es ein Hörsaalgebäude geben solle.

Menger wünscht sich, dass es zum Zentrum wird, „in dem sich die Studenten wirklich aufhalten“. Auch Asta und Fachschaft will er mittelfristig in die Nähe bringen. Möglicherweise sei auch ein etwas verkehrsberuhigter Platz, ein Café,  denkbar. Echtes Campusleben soll sich hier abspielen – so der Wunsch.

Dann lässt sich bestimmt auch irgendjemand einen Namen einfallen, der ein wenig charmanter ist und ein bisschen weniger trocken und ausladend.