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Ausstellung
An Malenswertem gibt es vieles

In seiner jüngsten Ausstellung in der Gustavsburg zeigte Christian Kegel, gebürtiger Jägersburger, viele Motive seiner Heimat. Der nun in der Schweiz lebende Mediziner erfasst mit Aquarellen und Collagen aber auch etliche andere Ansichten.   
In seiner jüngsten Ausstellung in der Gustavsburg zeigte Christian Kegel, gebürtiger Jägersburger, viele Motive seiner Heimat. Der nun in der Schweiz lebende Mediziner erfasst mit Aquarellen und Collagen aber auch etliche andere Ansichten.   FOTO: Thorsten Wolf
Jägersburg. Mit seinen Aquarellen und Collagen war der Künstler Christian Kegel jüngst in der Jägersburger Gustavsburg zu sehen. Von Thorsten Wolf

Jüngst stellte in der Jägersburger Gustavsburg mit Christian Kegel ein Künstler aus, der seine ganz eigene Geschichte hat. Und die findet sich nicht nur in seinen beeindruckenden Arbeiten, sondern in der ganzen Lebenswirklichkeit von Kegel selbst. Der ist gebürtiger Jägersburger hat in Homburg Medizin studiert, lebt und arbeitet aber nun seit einiger Zeit in der Schweiz.

Bei seinen Besuchen in seiner Heimat, erzählt Kegel am Rande seiner Ausstellung in der Gustavsburg, nimmt er fotografisch mit, was er dann in der Schweiz in Aquarell-Malerei oder Mixed-Media-Arbeiten verwandelt. Dass dabei eben, und wie auch kürzlich zu sehen, die Gustavsburg aktuell eine wichtige inhaltliche Rolle spielt, das mag nicht wirklich verwundern – schon eher, wie Kegel seine fotografischen Vorlagen dann in Kunst verwandelt. Bleibt die Burg in der nun abgeschlossenen Serie neben anderen bekannten Motiven der Heimat an sich ein immer wieder erkennbares und zentrales Element, so spielt Kegel mit dem drumherum, lässt das historische Gemäuer mal dramatisch daherkommen, mal eher klassisch, aber immer so, dass man Gewohntes Neu entdecken kann.

„Es geht nicht um Postkartenmotive, sondern um Ungewohntes, um Spannendes, um unübliche Perspektiven.“ Kegel fasst seine Arbeiten auch in Mixed-Media-Technik, verbindet dabei ganz unterschiedliche Werkstoffe in aufwendigen Collagen. Dass er dabei auf eigene Fotografien als Vorlagen zurückgreift, „das hat ganz pragmatische Gründe. Ich habe Familie, zwei kleine Kinder. Wenn ich unterwegs bin, dann kann ich ganz einfach die Fotos machen, die ich brauche, kann sie zuhause aussortieren und dann die Werke im Atelier nach Feierabend entstehen lassen. Malerei vor Ort hingegen würde bedeuten, dass ich mit Material einen ganzen Tag ungestört arbeiten müsste. Das mache ich nur gebündelt ein bis zwei Mal im Jahr, bei Malreisen mit einer Gruppe“.



Kegel hat mit seiner Heimat Jägersburg, mit der Region Homburg und der Schweiz als einem der gefühlten Epizentren für eindrucksvolle Motive Zugriff auf einen ganzen Pool von Sehens- und damit auch Malenswertem. Was liegt ihm da näher, die eigenen Wurzeln oder die neue Heimat? „Auf diese Frage antworte ich ganz praktisch: Ich male immer das, wo ich gerade nicht bin. Seit ich nicht mehr in Jägersburg wohne, male ich mehr Heimatmotive als noch in der Zeit, als ich hier studiert habe. Und wenn ich nicht mehr in der Schweiz wohnen würde, dann würde ich sicherlich aus Nostalgie-Gründen immer mal wieder auf Bergmotive und anderen Schweizer Ansichten zurückgreifen.“ In seiner handwerklichen Herangehensweise wählt Kegel seit zwei Jahren die Collagen-Technik, „eigentlich komme ich ja vom Aquarell. Irgendwann ist mir aber ein solches Aquarell fürchterlich in die Hose gegangen. Es war so übermalt, dass man nicht weitermachen konnte. Wenn ein Bild aber mal so daneben gegangen ist, dann wird man mutig. Ich habe dann Materialien, die ich im Schrank hatte, auf dieses Aquarell aufgeklebt, weiter gemalt und so ein schönes Bild erschaffen. So mache Not nicht nur erfinderisch, sondern eben auch mutig, „man hat keinen Respekt mehr, man macht, was man will. Und das hat diesem Bild gut getan, als Aquarell wäre es nichts geworden“. Vor zwei Jahren habe er dann, erinnerte sich Kegel, die Technik der Collage an der Akademie in Bad Reichenhall intensiv  erlernt. „Und seitdem ist das ein schöner Gegenpol zum Aquarell.“

Im sozialen Netzwerk Facebook unterhält Kegel eine eigene Seite, auf der man viele seiner Arbeiten sehen kann.