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Am Marktbrunnen geht es voran

Nur ein Stern scheint derzeit der Homburger Marktbrunnen zu sein. Die Reliefs an den Seiten wurden unterm schützenden Zeltdach bereits gesäubert und hergerichtet. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion
Nur ein Stern scheint derzeit der Homburger Marktbrunnen zu sein. Die Reliefs an den Seiten wurden unterm schützenden Zeltdach bereits gesäubert und hergerichtet. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion
Homburg. Pünktlich zum 23. April, wenn in Homburg das Jubiläum „500 Jahre Reinheitsgebot" groß gefeiert wird, soll der Brunnen auf dem historischen Marktplatz in neuem Glanz erstrahlen. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, teilte die Stadt mit. Auch die Kosten seien nicht hochgeschnellt. Ulrike Stumm

Knapp zehn Tage bleiben Zeit, dann soll auf Homburgs historischem Marktplatz gefeiert werden. Zum Tag des deutschen Bieres und dem Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot" lädt die Karlsberg-Brauerei am Samstag, 23. April, zur ersten Homburger Braunacht ein. Bis dahin soll natürlich auch der Marktbrunnen, der derzeit geschützt unter einem Zelt saniert wird, wieder strahlen. Und das schon deswegen, weil er ja dem Bier eng verbunden ist: 1953 wurde er von der Brauerei gestiftet und oben drauf stehen normalerweise drei Frauenfiguren, die in ihren Händen die Grundstoffe der Bierherstellung halten. Im Moment allerdings ist von den drei steinernen Damen nichts zu sehen. Der Brunnen unter den Planen wirkt ein bisschen wie das Modell eines überdimensionierten Sterns aus Styropor. "Es steht nur noch die untere Schüssel", bestätigt der Bauleiter der Brunnensanierung, Roland Ecker. Der Brunnenkörper sei innen komplett neu abgedichtet worden, erläutert er. So könne der Brunnen nicht mehr durchfeuchten. Dadurch seien nämlich die Reliefs an den zwölf Seiten rundum kaputt gegangen. Solche Schäden würde durch die Abdichtung nun verhindert. Die Reliefs mit Darstellungen aus der Geschichte Homburgs seien vor Ort ebenfalls überarbeitet und gesäubert worden, auch die Risse wurden geschlossen.

Bislang liege man mit den Arbeiten komplett im Zeitplan, sagt Ecker. Das Zelt sei dabei als Wetterschutz wichtig gewesen, "sonst wären wir nicht so weit". Beim Start der Sanierung Anfang März habe es sogar noch geschneit. Insgesamt habe alles gut geklappt, wichtig war, dass parallel gearbeitet werden konnte. Dabei musste man noch mit einer Komplikation zurecht kommen. Die Stufen sollten ohnehin erneuert werden. Doch es habe sich gezeigt, dass es unter dem Brunnen nicht nur eine Kammer gab, sondern rundum Hohlräume. Diese mussten mit Beton verfüllt werden, erklärt Ecker. So sei die Untergrund-Konstruktion der Stufen neu hergestellt worden. "Das konnte man nicht ahnen", fügt Ecker hinzu, Pläne gebe es nicht mehr.

Andere Arbeiten wurden nicht vor Ort erledigt, sondern an zwei Unternehmen vergeben. So wird die Brunnenschale erneuert, gleichzeitig wurden Fischornamente angefertigt. Das alles soll demnächst angeliefert und montiert werden. Komplett neu gemacht wurde die Wasserleitungsführung. Am 19. April soll es, so Ecker, einen ersten Probelauf geben, bei dem das das Wasser schon mal durchgeschickt werde. Der weitere Ablaufplan: Am 20. April werde das Zelt abgebaut, am nächsten Tag folgen die Fundamente - dann soll sich der Aufbau fürs Fest anschließen. Am Freitag, 22. April, wird das Wasser endgültig eingefüllt, die Düsen werden eingestellt.

Beim Start der Arbeiten am Brunnen Anfang März waren die Kosten für die Sanierung mit rund 130 000 Euro veranschlagt worden - dabei soll es laut Stadt bleiben. Generell seien viele Sponsoren beteiligt, die mit Arbeitsstunden oder auch finanziell einen großen Beitrag leisteten. Die Hauptaufträge zur Brunnensanierung beliefen sich bis jetzt auf rund 84 000 Euro, hieß es von der Stadt-Pressestelle. Darin enthalten sind Steinmetz-, Bildhauer-, Abdichtungsarbeiten, Wassertechnik und statische Berechnung. Nach der Eröffnungsfeier sollen noch Wassertechnikteile, die zum Teil unterirdisch liegen oder sich im Technikraum der Stadtbücherei befinden, erneuert werden.

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HintergrundDie erste Homburger Braunacht wird am Samstag, 23. April, gefeiert. Anlass ist der Tag des deutschen Bieres und das Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot. Auf dem historischen Marktplatz und in acht ausgewählten Homburger Gastronomien stehen die Zapfanlagen an diesem Tag nicht still. Um 11 Uhr wird das Fest eröffnet. Anschließend erwarten die Besucher viele Attraktionen rund um das Thema Bier: Auch Musik-Fans kommen auf ihre Kosten : Es spielt die Band Soirée de Groove. Ab 19 Uhr gibt es auch in den teilnehmenden Lokalen Live-Musik. red