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Am Gymnasium Johanneum
Gedenkort für Missbrauchsopfer

Im früheren Internat des Gymnasiums Johanneum (Bildhintergrund) gab es in den 70-er und 80-er Jahren zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch. Das Internat ist lange Geschichte.
Im früheren Internat des Gymnasiums Johanneum (Bildhintergrund) gab es in den 70-er und 80-er Jahren zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch. Das Internat ist lange Geschichte. FOTO: Foto: Heitz/SZ
Homburg. Am Freitag überreichen ehemalige Schüler am Johanneum ein erstes Element.

Eine Initiative ehemaliger Schülerinnen und Schüler wird am Freitag, 21. September, der Schulleitung und dem Schulträger des Gymnasiums Johanneum in Homburg gemeinsam ein erstes Element für einen Gedenkort für Betroffene von sexualisierter Gewalt überreichen.

Vor nunmehr acht Jahren wurde bekannt, das Jungen im seit rund 20 Jahren geschlossenen Internat der Herz-Jesu-Missionare von Patres missbraucht wurden. Die Taten liegen lange zurück, vornehmlich Ende der 70-er bis Mitte der 80-er Jahre. Es gab zahlreiche Opfer. Zwei Täter legten ein umfassendes Geständnis ab, einer von ihnen ist inzwischen gestorben. Das frühere Internat des Johanneums ist längst geschlossen.

Der neue Johanneums-Schulleiter Oliver Schales sagte, dass die Schule die Initiative begrüße. Zudem kündigte er an, dass auch die Schule eigene Gedenksteine aufstellen und so den Gedenkort gestalten will.



Der Berliner Architekt Nils Ruf: „Die Skulptur in Form eines Sitzmöbels soll sowohl den Betroffenen Anerkennung des erfahrenen Leids geben als auch heutigen Schülerinnen und Schülern Anregung zum Nachfragen. Es ist eckig, schräg und rostig. Es soll anecken und kann gleichzeitig Gelegenheit zum Ausruhen und Verweilen geben. Auf einer Schrifttafel werden jugendgerechte Informationen für den Umgang mit sexualisierter Gewalt zur Verfügung gestellt“.

Die Initiative wolle ausloten, ob die Zeit für ein neues Kapitel der Aufarbeitung reif sei, so deren Mitbegründer Michael Hackert. „Wir werben dafür mutig zu sein, um das Johanneum zu einem Vorreiter in Sachen Transparenz, Prävention und Verantwortungsbewusstsein werden zu lassen.“

Weitere Infos: www.gedenkort.net