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Konfirmation
Als junger Christ erwachsen werden

Homburg. Viele Mädchen und Jungen gehen zur Konfirmation. Die Kultur in Gottesdiensten verändert sich. 

Zwischen dem ersten Sonntag in der Passionszeit (Invokavit) und Pfingsten finden jedes Jahr die Konfirmationen statt. Wobei traditionell die meisten Feiern am Palmsonntag, diesmal am 25. März,  stattfinden. „Rund 4400 Mädchen und Jungen in der Pfalz und Saarpfalz gehen in diesem Jahr zur Konfirmation“, sagt Pfarrer Andreas Große von der Konfirmandenarbeitsstelle in der Protestantischen Landeskirche. Große fügt an: „Etwas mehr als 80 Prozent aller Getauften eines Jahrgangs konfirmieren. Damit stehen wir innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland recht gut da.“ Doch auch in der Pfalz und Saarpfalz zeige sich ein Trend zu geringeren Anmeldezahlen. So sei es in größeren Städten keine Selbstverständlichkeit mehr für junge Menschen, sich konfirmieren zu lassen.

In Homburg und seinen Stadtteilen gehen gut 100 Jungen und Mädchen zur Konfirmation; in Einöd bei Pfarrerin Heide Salm wurde bereits vergangen Sonntag ein Teil konfirmiert, der andere Teil an diesem Sonntag. So auch in Erbach bei Pfarrer Wilfried Bohn („Wir haben diesmal mit 22 wieder eine große Anzahl an Konfirmanden“). In Schwarzenbach/Beeden, Bruchhof-Sanddorf und in der Stadtmitte ist auch am Sonntag Konfirmation, ebenso in der Kirchengemeinde Limbach bei Pfarrerin Christiane Härtel oder in Bexbach und dem Bliestal.

„Konfirmation“ kommt vom lateinischen Wort „confirmare“. Es bedeutet „bekräftigen“. Mit der Konfirmation bestätigt ein Jugendlicher, dass er zur Kirche Jesu Christi gehören möchte. Er darf außerdem ab dann als vollwertiges Gemeindeglied am Abendmahl teilnehmen, Taufpate und Presbyter werden. Zur Konfirmation und zu Weihnachten gehen die meisten Leute in die Kirche. Zum Konfirmationsgottesdienst kommen aber weit mehr Menschen, die keinen kirchlichen Hintergrund oder Berührungspunkte zum Gemeindeleben mehr haben. Die Bereitschaft, trotzdem zu kommen, ist etwas Schönes, heißt es in Kirchenkreisen in Homburg und Umgebung. Sie ist Ausdruck einer besonderen Verbundenheit mit den Konfirmanden. Aber die zunehmende Entfremdung ist dadurch zu spüren, dass sich die Kultur in den Festgottesdiensten verändert hat. Gemeinden müssen viel mehr Rücksicht darauf nehmen, dass sich die Besucher mit der Gottesdienstordnung nicht mehr auskennen. Für viele Familien markiert das Fest aber auch den Zeitpunkt, ab dem ein Jugendlicher langsam eigenständig wird. Die Familie feiert den Übergang von Kindheit zum Erwachsenwerden. Die heutige Tradition der Konfirmation geht auf den Reformator Martin Bucer (1491–1551) zurück. Zwar gilt sie in der evangelischen Kirche nicht als Sakrament, sie ist aber eine Amtshandlung von Bedeutung für die Gemeinden.



(jkn)