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Kolumne „Unsere Woche“
Alle wollen an Olafs Milliarden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es soll immer heißer werden, Finanzminister Olaf Scholz hat zehn Milliarden Euro Überschuss in der Kasse, den wir für ihn erwirtschaftet haben - und in Erfurt hat die Stadtverwaltung entschieden, dass auf dem Friedhof keine Kerzen mehr brennen dürften. Von Christine Maack

Sonst könnte es da bald so aussehen wie in den schwedischen Wäldern. Nun haben wir es im Saarland noch gut, denn jedes Gewitter, das sich seit Mai über Frankreich zusammenbraut, stattet auch uns schnell einen Besuch ab. Deshalb kann es ruhig heißer werden, nass wird es ja auch.

Und was hat das jetzt mit Olafs Überschuss zu tun? Ziemlich wenig, außer, dass nun jeder Hobbypolitiker vorschlägt, wie man die Flocken am besten aus dem Fenster werfen könnte, denn nichts ist verlockender, als über fremdes Geld bestimmen zu dürfen. Wenn man mal betrachtet, dass Juventus Turin für Ronaldo 100 Millionen bezahlt hat, dann könnte Olaf Scholz für nur eine seiner insgesamt zehn Milliarden glatte zehn Ronaldos kaufen. Und hätte immer noch neun Milliarden übrig. Dann würde Deutschland in vier Jahren mit seiner Ronaldo-Mannschaft Weltmeister. Das Problem dabei ist, dass sich Ronaldo nicht klonen lässt. Also können wir nur bescheiden hoffen, dass von dem Olafschen Geldsegen auch ein Krümel nach Homburg kommt. Wenn das Geld nicht für einen Neubau von Schloss Karlsberg oder für einen Aufzug zum Schlossberg reichen sollte, können sich unsere Großmütter von der gestiegenen Rente vielleicht noch ein zusätzliches Friedhofskerzchen leisten.