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Ärger ums Flohmarkt-Parken

 Unser Leser Frank Diener hat auch im Bild festgehalten, wie Autos beim Mai-Flohmarkt die Gehwege zugeparkt haben. Foto: Diener
Unser Leser Frank Diener hat auch im Bild festgehalten, wie Autos beim Mai-Flohmarkt die Gehwege zugeparkt haben. Foto: Diener FOTO: Diener
Homburg. Immer wieder werden an den Flohmarkt-Samstagen rund ums Gelände am Forum Gehwege zugeparkt, Einfahrten zugestellt und Geschäftsparkplätze einfach unbefugt genutzt. Dass dies für diejenigen, etwa Fußgänger, Menschen mit Kinderwagen oder im Rollstuhl gefährlich werden kann, hat ein Leser bemängelt. Er fragt: Warum macht die Stadt nichts? Ulrike Stumm

Es ist ja nicht so, dass das Problem nicht bekannt wäre, dennoch spielen sich vor allem bei bestem Wetter immer wieder dieselben Szenen ab: Der Flohmarkt lockt am ersten Samstag eines Monats die Massen, die Autofahrer suchen Parkplätze , die möglichst nah am Forum liegen, wo die Händler ihre Stände aufgebaut haben. Am Ende führt das zu zugeparkten Gehwegen, zugestellten Einfahrten und Autos, die einfach auf Parkplätzen von Geschäften abgestellt werden. Fußgänger , Menschen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen sind gezwungen, auf die Straße auszuweichen. Nach dem Mai-Flohmarkt gingen bei der Homburger Polizei so viele Beschwerden ein, "dass wir irgendwann aufgehört haben zu zählen", hieß es von den Beamten danach. Besonders, so die Polizei , für Familien mit Kinderwagen gebe es kein Durchkommen.

Genau diese Beobachtungen hat auch unser Leser Frank Diener gemacht. Seine Eltern wohnten in der Nähe des Flohmarkt-Geländes, und wenn er sie besuche, dann sehe er immer wieder diesen Missstand, berichtete er unserer Zeitung. Eine Frau habe ihm sogar davon berichtet, dass ein Rollstuhlfahrer gezwungen war, auf die Zweibrücker Straße auszuweichen, genauso wie eine Frau mit Kinderwagen. Diener hat sich zunächst an die Polizei gewandt, die ihn ans Ordnungsamt verwiesen hat - das ist nämlich für den ruhenden Verkehr zuständig, sagt auch Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Er weiß natürlich vom "wilden Parken" an Flohmarkttagen. Das sei auch dadurch bedingt, dass der Zulauf zum Flohmarkt erfreulich groß sei. Für die Stadt ist das Ganze eine schwierige Sache, sie steckt in der Zwickmühle zwischen rigorosem Durchgreifen und dem Wunsch, die Trödelfreunde dadurch nicht zu vergraulen. Es sei ein bisschen zwiespältig, die Veranstalter wollten nicht die Kunden des Flohmarktes verprellen, andererseits sei das nicht korrekte Parken nicht tolerierbar, sagt Pressesprecher Kruthoff. Es gebe natürlich freie Plätze in der Tiefgarage im Tal-Zentrum und auf dem Enklerplatz. Dennoch suche eben fast jeder einen Parkplatz in der Nähe des Flohmarktes. Wer etwas Großes, Schweres kaufe, der wolle dies direkt in den Kofferraum legen. Schon in den Vorankündigungen weist die Stadt ja regelmäßig darauf hin, die Kundenparkplätze der umliegenden Geschäfte sowie die privaten Parkflächen freizulassen. Und wirbt auch für die öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt und in den Stadtrandbereichen. Jetzt soll aber möglicherweise noch eine andere Lösung her, als das stete Werben um Vernunft. Derzeit, so Kruthoff, bemühe sich die Stadt darum, weitere Parkflächen in der Nähe des Flohmarktes zur Verfügung stellen zu können. Es hänge nun davon ab, ob diese Verhandlungen erfolgreich sind. Die eigenen Flächen der Stadt seien begrenzt. Generell will die Stadt aber auch auf die Menschen zugehen, sie ansprechen, noch bevor sie das Auto verkehrswidrig abstellen, beziehungsweise eventuell mit Handzetteln fürs korrekte Parken werben. Natürlich, sagt Kruthoff, wolle man lieber eine Alternative anbieten, als nur restriktiv vorzugehen. Der nächste Flohmarkt findet übrigens wie immer am ersten Samstag des Monats statt: dem 6. Juni am Forum.

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