| 20:22 Uhr

Ärger um Falschparker

 Immer wieder wird in der Dürerstraße falsch geparkt. Generell gilt: Auf den grauen Flächen befinden sich in jedem Fall Parkflächen. Der Gehweg ist rot abgesetzt. An einigen Stellen ist es auch möglich, mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig zu parken. Dann gilt auf der anderen Fahrbahnseite aber absolutes Halteverbot. Die Parkplätze sind ausgeschildert. Foto: PM/Stadt
Immer wieder wird in der Dürerstraße falsch geparkt. Generell gilt: Auf den grauen Flächen befinden sich in jedem Fall Parkflächen. Der Gehweg ist rot abgesetzt. An einigen Stellen ist es auch möglich, mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig zu parken. Dann gilt auf der anderen Fahrbahnseite aber absolutes Halteverbot. Die Parkplätze sind ausgeschildert. Foto: PM/Stadt
Erbach. Es gibt wieder Missmut in der Dürerstraße in Erbach. Nur sind diesmal keine Baustellen daran schuld, sondern Falschparker. Deswegen hat die Stadt Homburg nun angekündigt, die Schonfrist während der Zeit der Bauarbeiten sei vorbei. Es werde künftig wieder verschärft kontrolliert. Es habe verstärkt Beschwerden von Anwohnern gegeben, erläutert Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff Von Merkur-Mitarbeiterin Ulrike Stumm

Erbach. Es gibt wieder Missmut in der Dürerstraße in Erbach. Nur sind diesmal keine Baustellen daran schuld, sondern Falschparker. Deswegen hat die Stadt Homburg nun angekündigt, die Schonfrist während der Zeit der Bauarbeiten sei vorbei. Es werde künftig wieder verschärft kontrolliert.Es habe verstärkt Beschwerden von Anwohnern gegeben, erläutert Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Autos würden vor Einfahrten oder so abgestellt, dass Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder diejenigen, die mit einem Kinderwagen unterwegs seien, massiv behindert würden. Auch auf der Straße komme es zu Beeinträchtigungen. Denn, so Kruthoff, an einigen Stellen sei es erlaubt, mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig zu parken. Dann gelte auf der gegenüberliegenden Straßenseite absolutes Halteverbot. Werden hier dennoch Autos abgestellt, wird es für Lastwagen und Busse eng.

Während der Baustellen-Phase habe sich so einiges an "unkonventionellem Parken" eingebürgert. Danach habe es noch gedauert, bis die Parkmöglichkeiten, die farblich in Grau von den roten Gehweg-Flächen abgesetzt sind, auch klar beschildert waren. "Jetzt gibt es keine ,Ausflüchte' mehr", so Kruthoff. Das bedeutet: Falschparker werden künftig zur Kasse gebeten.

"Es wird wirklich viel falsch geparkt", bestätigt Apotheker Wolfgang Schappe, der auch Sprecher der AG Erbacher Gewerbetreibender ist. Das Problem habe aber zwei Seiten. Für die Anwohner sei die ganze Situation natürlich ärgerlich, wenn ihre Zufahrten blockiert seien. Auch manche Geschäftsleute seien verstimmt, da der Zugang zu ihren Läden durch Falschparker erschwert sei.



Andererseits: Es gibt seiner Meinung nach nicht ausreichend Parkplätze direkt an den Stellen in der Straße, in denen Geschäfte angesiedelt sind. "Dort, wo sie sein müssten, gibt's zu wenig." Auf beiden Seiten zu parken, sei wegen der Verschmälerung der Straße nicht möglich. Aber diese Park-Problematik habe er bei den Vorbesprechung immer wieder angebracht.

Die Stadt sieht die Straße gut mit - übrigens kostenfreien - Parkplätzen ausgestattet. Es gebe mit den neuen Parkbuchten mehr als 100 Möglichkeiten unmittelbar an der Straße, sagt Stadt-Pressesprecher Kruthoff. Dazu komme das angemietete Areal auf dem ehemaligen Lidl-Gelände, das neben 15 vermieteten Dauer- auch 15 freie Parkplätze biete. Zudem sei die Parkzeit bei Plätzen unmittelbar in der Nähe von Geschäften auf zwei Stunden begrenzt worden. Und auch das werde künftig kontrolliert.

Zwei Stunden seien oft noch zu lange, reagiert Apotheker Schappe. Denn vor seinem Geschäft nutzten viele Arztbesucher diese zeitlich begrenzten Plätze - und das über die vollen zwei Stunden. Wer wirklich nur kurz etwas besorgen wolle, stelle sein Auto dann eben an nicht erlaubter Stelle ab. Der Lidl-Parkplatz sei noch wenig bekannt und zudem zu weit weg. Die meisten wollten eben so wenig wie möglich laufen, unterstreicht er.

Letzteres Problem kennt auch Kruthoff und so wirbt er nicht nur für erhöhte Parkdisziplin, sondern auch dafür, mal ein paar Schritte bis zum Geschäft zu Fuß zu gehen.

Meinung

Rücksicht erspart Knöllchen

Von Merkur-Mitarbeiterin Ulrike Stumm

Es gibt sie eben doch nicht, die Eier legende Wollmilchsau. Ähnliches gilt für das Parken in der Erbacher Dürerstraße. Hier prallen verschiedene Interessen aufeinander. Und jede Seite hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen gibt's die Sicht der Anwohner, die sich verständlicherweise ärgern, wenn Ausfahrten durch Falschparker zugestellt sind. Auch für Fußgänger und andere, die auf den Gehweg angewiesen sind, ist es kein Spaß wegen Parksündern nicht durchzukommen. Zum anderen gibt es einige Geschäftsleute, die auf Parkmöglichkeiten möglichst direkt vor dem Laden angewiesen sind. Kunden sind eben oft lauffaul oder in manchen Fällen körperlich nicht dazu in der Lage, weite Wege zu gehen. Einigkeit sollte aber doch mindestens darüber herrschen, dass die aufpolierte Dürerstraße wesentlich mehr hermacht als zuvor. Und wenn das nun bedeutet, dass es anderswo hakt, lässt sich durch Rücksichtnahme und Nachjustieren an der ein oder anderen Stelle viel erreichen. Das erspart Frust und bestimmt viele Knöllchen.