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„Holiday on Ice“ in Saarbrücken
Akrobatik auf scharfen Kufen

 Zu „Holiday on Ice“ gehören aufwendige Kostüme und Dekorationen sowie eine Lichtshow.
Zu „Holiday on Ice“ gehören aufwendige Kostüme und Dekorationen sowie eine Lichtshow. FOTO: © Deen van Meer / Deen van Meer
Saarbrücken/Zweibrücken. Die beliebte Show „Holiday on Ice“ gastiert im März drei Mal in Saarbrücken. Eine Teilnehmerin trainiert dafür fleißig in Zweibrücken. Von Marko Völke

Von einer kleinen Hotelproduktion in den USA zur meistbesuchten Eisshow der Welt – seit der ersten Vorstellung im Dezember 1943 haben über 330 Millionen Besucher die mehr als 100 Produktionen von „Holiday on Ice“ erlebt.

Auf der aktuellen Tour „Showtime“ möchten die Macher nun am 10. und 11. März in der Saarlandhalle in einer nach eigenen Angaben visionären Produktion auf die spektakulärsten Momente ihrer Erfolgs-Geschichte zurückblicken. Drei Vorstellungen sind geplant. Die Zuschauer sollen dabei sein, wenn die ersten Eiskunstläufer gecastet werden, gehen mit auf Welttournee, erleben große Emotionen und feiern mit dem Ensemble die internationalen Erfolge.

Neben 40 Eiskunstläufern, Artisten und Musikern versprechen eine riesige LED-Wand, Hologramm-Effekte, Bungee-Eiskunst-Akrobatik, ein frei hängender, bespielbarer Globus mit einem Durchmesser von fünf Metern und ein Zug, der über die Eisbühne fährt, zahlreiche Höhepunkte. „Unsere große Herausforderung war es, eine neue Ära einzuläuten und eine Show zu kreieren, deren Ideenreichtum absolut außergewöhnlich ist. Wenn es einen Slogan für ‚Showtime’ geben würde, wäre er: Erwarten Sie das Unerwartete“, sagt Kreativ-Direktor Kim Gavin. Er war bereits für die Olympischen Spiele und Weltstars wie Pink und Robbie Williams tätig.



Die Kostüme stammen dagegen von Michael Sharp. Er hat früher als Profi-Tänzer für Take That, die Spice Girls & Co. gearbeitet und designte bereits Outfits für Größen wie Jennifer Lopez und Katy Perry. In der neuen „Holiday on Ice“-Produktion kommen rund 315 Kostüme zum Einsatz – bei einigen ließ sich der Engländer von den 40er Jahren inspirieren: „Bei ‚Showtime‘ sind wir in Richtung Art Déco gegangen, es gibt also viele geometrische Formen“, erklärt Sharp. Seine Lieblingsszene ist übrigens das Finale: „Denn dort habe ich die Chance, richtig große und gewagte Kostüme zu entwerfen und Fantastisches mit Federn, Strass-Steinen und Pailletten zu designen.“ Insgesamt wurden für die Show mehr als zwei Millionen Pailletten per Hand verklebt. An der Anfertigung der Kostüme arbeiteten der Designer, zwei Assistenten und neun Näher über vier Monate und insgesamt rund 1400 Stunden. Die Outfits müssten nämlich nicht nur toll aussehen, sondern auch den besonderen Anforderungen einer Eis-
show standhalten. Da sich die Eiskunstläufer pro Vorstellung sechs bis zehn Mal umziehen, ist es zudem erforderlich, dass die Outfits schnell wechselbar sind, ohne dass die Akteure ihre Schlittschuhe ausziehen müssen.

Die Hauptläufer der aktuellen Tour kommen aus den USA und Russland. Viele von ihnen haben erfolgreich an internationalen Wettbewerben wie Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen teilgenommen. Mit ihnen auf dem Eis steht eine junge Saarländerin: Franziska Stierle aus Wadgassen. Die 15-Jährige wurde von den Paarlauf-Olympiasiegern und Weltmeistern Bruno Massot und Aljona Savchenko ausgewählt, die die Schirmherrschaft der Nachwuchs-Initiative „Holiday on Ice Academy“ übernommen haben. In nahezu jeder Tourstadt ist ein junges Talent mit seiner eigenen Performance mit dabei: „Ich liebe es, auf dem Eis zu stehen und meiner Leidenschaft vor großem Publikum nachzugehen – es ist eine tolle Chance und Herausforderung zugleich“, freut sich Franziska. Zurzeit trainiert sie dreimal die Woche in Zweibrücken für ihren großen Auftritt bei der Saarbrücker Premiere am 10. März.

Doch bis dahin gibt es auch für die fast 30-köpfige Aufbau-Crew noch viel zu tun: Mit insgesamt acht 40-Tonnern voller Technik, Kulissen, Kostümen und Requisiten rollt „Holiday on Ice“ in Saarbrücken an. „Showtime ist etwa anderthalbmal so groß wie die bisherigen Produktionen“, weiß Peter Koschmieder, seit 23 Jahren für den technischen Aufbau verantwortlich.

Um den Hallenboden in eine Eisfläche zu verwandeln, werden darauf eine Plastikfolie und eine Styroporschicht gelegt. Darauf platzieren die Helfer Aluminiumplatten, die so stark gekühlt werden, dass das Wasser darauf gefriert.

In 48 Stunden verwandelt sich die Halle so zur Eisarena. Anschließend werden die insgesamt 28 Tonnen Licht, Ton, Dekoration und technische Vorrichtungen an der Hallendecke befestigt.

„Holiday on Ice“ gastiert mit „Showtime“ drei Mal in der Saarlandhalle in Saarbrücken: am Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr, sowie am Mittwoch, 11. März, um 15.30 und 19 Uhr.

www.holidayonice.com