| 22:39 Uhr

Feuer in Saarbrücken mit vier Toten und 25 Verletzten
Hausbewohnerin nach Brand angeklagt

Saarbrücken. Nach einem Brand mit vier Toten in einem mehrstöckigen Wohnhaus in Saarbrücken hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine 38-jährige Bewohnerin erhoben. Ihr werde vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit. Bei dem Brand waren Anfang Dezember vergangenen Jahres vier Menschen getötet und 25 verletzt worden (wir berichteten).

Nach einem Brand mit vier Toten in einem mehrstöckigen Wohnhaus in Saarbrücken hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine 38-jährige Bewohnerin erhoben. Ihr werde vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit. Bei dem Brand waren Anfang Dezember vergangenen Jahres vier Menschen getötet und 25 verletzt worden (wir berichteten).

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stand die Frau unter Alkohol und Drogen, als sie an einem Sonntagmittag das Kopfkissen ihres Bettes angezündet hatte, um ihre Wohnung abbrennen zu lassen. Anschließend floh sie aus der Wohnung und ließ dabei die Wohnungstür offen stehen, so dass sich die Rauchgase im Haus durch das Treppenhaus ausbreiten konnten. Laut Staatsanwaltschaft soll der Frau bewusst gewesen sein, dass sich zu diesem Zeitpunkt auch noch andere Menschen in dem Mehrfamilienhaus befanden. Die 38-Jährige soll seit ihrem 16. Lebensjahr an drogeninduzierten Psychosen leiden. An dem Gebäude entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 500 000 Euro. Das Haus war anschließend nicht mehr bewohnbar.

Wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken weiter mitteilte, wurden bei der Untersuchung des Gebäudes auch Verstöße gegen die Brandschutzordnung festgestellt. So gab es in dem Haus keine Rauchableitungsöffnung, die die Ausbreitung des Rauchs hätte eindämmen können. Auch die Türen zu einzelnen Wohngeschossen seien defekt oder blockiert gewesen und hätten die Ausbreitung des Rauchs stark begünstigt, hieß es.



Ein weiteres Ermittlungsverfahren wurde gegen den Hauseigentümer, sowie frühere Bauherren und Architekten wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.