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Hagelkörner türmen sich in Eifelort einen halben Meter hoch
Große Schäden durch Unwetter

Winterdienst im Frühling: Ein Frontlader schiebt in Gamlen Hagelkörner beiseite, die sich bis zu einem halben Meter hoch aufgetürmt hatten.
Winterdienst im Frühling: Ein Frontlader schiebt in Gamlen Hagelkörner beiseite, die sich bis zu einem halben Meter hoch aufgetürmt hatten. FOTO: dpa / Achim Marzi
Bernkastel-Kues. Hagel verwandelt ein Eifeldorf kurzzeitig in eine Eislandschaft. Starkregen lässt Keller volllaufen, Blitze verbreiten Angst und Schrecken. Die Unwettergefahr hält vorerst an.

Mit dem Schrecken davongekommen ist ein Mann beim Weg zu seinem Auto auf einem Parkplatz in Bernkastel-Kues: Ein Blitzschlag hat vor seiner Nase einen Bordstein zertrümmert. Umherfliegende Betonstücke beschädigten gestern mehrere Autos auf dem Großparkplatz der Reha-Kliniken auf dem Kueser Plateau hoch über der Mosel, wie die Polizei mitteilte. Auch Airbags wurden während des Gewitters ausgelöst. Der Sachschaden betrug mehrere Tausend Euro. Der zurückgekehrte Autobesitzer blieb unverletzt.

Unwetter hielten weite Teile von Rheinland-Pfalz in Atem. Auch für den heutigen Donnerstag gab der Deutsche Wetterdienst keine Entwarnung – stichpunktartig teilte er mit: „Bereits ab dem Vormittag von Süden her erneut Schauer und teils kräftige Gewitter. Dabei Starkregen oder schauerartig verstärkter Regen, Hagel und Sturmböen möglich.“ Erst morgen soll sich das Wetter in Rheinland-Pfalz beruhigen.

Nach einem Gewitter mit Starkregen und Hagelsturm am Dienstagabend im Eifeldorf Gamlen bedeckten auch gestern Morgen noch Eisschichten zahlreiche Gärten. „Es war so viel, dass es dauert, bis es wegtaut“, sagte Ortsbürgermeister Achim Marzi. „Jetzt scheint hier die Sonne.“ Die dicken Hagelkörner hatten am Dienstag in dem Dorf im Kreis Cochem-Zell in kurzer Zeit Höhen von bis zu einem halben Meter erreicht. „In dieser Masse habe ich das hier noch nie gesehen“, ergänzte der Bürgermeister. Glücklicherweise habe es keine Verletzten gegeben. Die Feuerwehr und ein Bauer mit einem Traktor mit Frontlader hätten ganze Arbeit beim Winterräumdienst im Frühling geleistet.



Der vorherige Starkregen hatte laut Marzi Seitenstraßen an Hängen in Bäche verwandelt. In Gamlen, aber auch in anderen Orten in Rheinland-Pfalz liefen am Dienstag bei Blitz und Donner Keller voll. In Isenburg im Kreis Neuwied und bei Bendorf nahe Koblenz kam es zu kleineren Erdrutschen.

In Niederbreitbach im Kreis Neuwied ermittelten gestern ein Sachverständiger und die Kripo nach dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus am Dienstagabend. Laut Polizei war vermutlich ein Blitzeinschlag im Dachboden die Brandursache gewesen. Zeugen hatten bei einem Gewitter Blitze beobachtet. Ein Schwelbrand im Dach wurde immer größer, Flammen beschädigten weitere Gebäudeteile. Verletzt wurde niemand. 14 Bewohner standen bereits vor dem Haus, als die Feuerwehr eintraf. Rund 140 Feuerwehrleute löschten mehrere lang Stunden den Brand.