| 22:41 Uhr

Fünf Prozent der Vorschulkinder übergewichtig
Gesünderes Essen für Kita- und Schulkinder

Mainz. Die Kinder in den Kitas und Schulen in Rheinland-Pfalz sollen mehr gesundes Essen kriegen. „Wir wollen dazu beitragen, jedem Kind und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz flächendeckend ein ausgewogenes Mittagessen zu ermöglichen“, sagte Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne) jetzt in Mainz.

Gemeinsam mit Bildungsministerin Stefanie Hubig und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (beide SPD) will sie die Ganztagseinrichtungen dabei unterstützen, ihr Verpflegungsangebot an die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) heranzuführen und nachhaltiger zu machen.

Neben mehr Obst und Gemüse am Tag rät die Gesellschaft dazu, Salz und Zucker einzusparen, möglichst Wasser zu trinken und das Essen schonend zuzubereiten. Rund ein Drittel der Kitas und etwa 60 Prozent der Schulen in Rheinland-Pfalz richten sich bereits nach diesen Standards. 146 Schulen und 113 Kitas nehmen aktuell an Aktionen der Ernährungsinitiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ teil, um ihr Verpflegungsangebot schrittweise gesünder zu machen.

Eine Untersuchung zur Einschulung in Rheinland-Pfalz 2014/15 ergab, dass etwa fünf Prozent der Vorschulkinder in Rheinland-Pfalz übergewichtig sind. Das liege auch an einer falschen Ernährung, sagte die Ernährungsministerin. Es sei nichts dagegen zu sagen, wenn mal Pommes gegessen und mal Cola getrunken werde. „Aber als Regel ist es wirklich tödlich“, sagte Höfken. Die Umstellung des Speiseplans wird nach ihren Angaben nicht unbedingt teurer: „Schon ab 200 Essen ist die Frischküche billiger“, sagte die Ministerin.



Das Mittagessen soll auch mehr Bio und regionale Küche beinhalten. Zugleich soll es in mehr Kitas und Schulen ein Essen geben. Angeboten wird es derzeit in 2331 von 2527 Kindertagesstätten. In rund 80 Prozent der 1187 Schulen gibt es ein Ganztagesangebot mit Mittagessen an mindestens vier Tagen.

Bildungsministerin Hubig will außerdem die Ernährungsbildung stärker in den Unterricht und den Alltag der Kinder einbauen. Die Kleinen sollen unter anderem beim gemeinsamen Einkaufen und Kochen einen bewussteren Zugang zu ihrem Essen kriegen. „Es gibt immer weniger Elternhäuser, die ihren Kindern ein gutes und ausgewogenes Mittagessen geben“, sagte Hubig. Wenn die Kinder besser informiert seien, habe das auch positive Auswirkungen auf die Eltern.