| 22:10 Uhr

„Natural Born Schwenker“ siegen
Wenn Grillen zur Kunst wird

Die Teilnehmer des Asado-Kurses mit Leiter Gerd Herrmann (links) und Jürgen Wagner, dem Organisator der Grillmeisterschaft (rechts).
Die Teilnehmer des Asado-Kurses mit Leiter Gerd Herrmann (links) und Jürgen Wagner, dem Organisator der Grillmeisterschaft (rechts). FOTO: Wolfgang Degott
Bliesdalheim. Gucken und sich inspirieren lassen konnte man bei der Grillmeisterschaft in Bliesdalheim. Ob Jakobsmuscheln im Regenmantel oder Ananas vom Grill – die Vielfalt war riesig. Auch ein Grill-Kurs wurde angeboten. Von Wolfgang Degott

Mit 563 Punkten holte sich die Gruppe „Natural Born Schwenker“ aus Luxemburg den Sieg bei der ersten offenen Bliesdalheimer Grillmeisterschaft. Fünf Teams waren im Rahmen der 800-Jahrfeier in Bliesdalheim (wir berichteten) angetreten, um in vier Gerichten ihr Können unter Beweis zu stellen. Am Ende lag Erkatown Barbecue aus Erkerath in Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz. Es folgte die einheimische Gruppe Grill and Chill. Initiator Jürgen Wagner, selbst Grillmeister, erläuterte, dass bei zeitlichen Vorgaben zuerst eine Bratwurst mit Beilagen, danach im „Freestyle“ eigene Kreationen, anschließend eine Burger-Variation und abschließend ein Dessert zu grillen sind. Erstmals bei einem Wettbewerb dabei war der Niederwürzbacher, jetzt im amerikanischen Orlando lebende Bernhard Wesely mit seiner Tochter Michelle. Sie kreierten in der „freien Runde“ Jakobsmuschel in Regenmantel, beim Dessert Ananas mit Raffaelo-Creme. Unter dem Namen „Smokey B. the original“ hatten sie auf der Wiese beim Schulhof wie die anderen Teams viel Freude, schauten ihnen doch zahlreiche Besucher und Interessierte über die Schulter.

Kai Mehler, Leiter der Koch- und Patisserieschule in Reinheim, war erstmals in einer solchen Jury und stellte fest, dass es nicht so leicht sei, alles richtig zu bewerten. Kriterien seien der Gesamteindruck, aber auch der Garzustand, der Geschmack der Hauptbestandteile, der Geschmack der Beilagen und die geschmackliche Harmonie der Gesamtergebnisse. „Grill ist schwieriger als Herd“, so der versierte Koch und Meister in seiner „Königsdisziplin“ Patisserie. Die Ergebnisse seien sehenswert, auch sei der Garzustand bei fast allen gut gewesen.

Neben ihm saßen der Ex-Weltmeister im Grillen, der Ballweiler Thomas Zapp, Patrick Hübner aus Eppelborn, André Folschweiler, Betreiber des Neunkircher Restaurants Grill au Bois und Saarlands erster Fleisch-Sommelier Thomas Petermann aus Oberwürzbach im Schiedsgericht.



Am Rande des Festplatzes versuchten sich die Teilnehmer am Grillkurs. Zuvor waren vier Lämmer an drei Kreuze „Alla Estada“ gespannt worden. Mit Hilfe von Steinsalz, aber ohne Geschmacksstoffe und nur mit natürlichen Materialien auf offenem Feuer wurden sie, angeleitet von Gerd Herrmann, zubereitet. Seit drei Jahren ist der Zweibrücker als „Casa Asado“ unterwegs um wissbegierigen Grillern in Einzelkursen, aber auch Meisterkursen die hohe Kunst des Asado beizubringen.

„Im Zentrum steht dabei mit offenem Feuer umzugehen, bei offener Flamme das Fleisch auf den Punkt zu bringen“, so Herrmann. Unter Asado, das aus Südamerika stammt, werde nicht nur das Grillen oder Braten von Fleisch verstanden, es ist eine Philosophie, eine Art zu leben und zu genießen, so der Asador, der in vielen Ländern Europas sein Können weitergibt.