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Eine schöne Idee der Schulleitung
Schulstunde weicht einem fröhlichen Spieletag

 An einem Aktionstag ließ die Gemeinschaftsschule in Gersheim die Kinder und Jugendlichen in allen Klassen Spiele spielen. Elektronische Spiele blieben außen vor. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und entdeckten unter anderem auch Spiele, die sie noch nicht gekannt hatten.
An einem Aktionstag ließ die Gemeinschaftsschule in Gersheim die Kinder und Jugendlichen in allen Klassen Spiele spielen. Elektronische Spiele blieben außen vor. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und entdeckten unter anderem auch Spiele, die sie noch nicht gekannt hatten. FOTO: BeckerBredel
Gersheim. Gemeinschaftsschule Gersheim beteiligte sich an einer bundesweiten Initiative und will das Projekt nun auch noch ausbauen.

Jugendliche verlernen das gemeinsame Spielen. Dieser Auffassung ist man an der Gemeinschaftsschule in Gersheim und hat neulich einen Spieletag eingeführt. Der Unterricht fiel kurz mal aus, es wurde halt gespielt. Einzige Bedingung: Handys blieben aus. „Wir hatten vor diesem Tag die Spiele-Verlage angeschrieben und von einigen Firmen kostenlose Spiele als Werbeartikel zur Verfügung gestellt bekommen. Das ist auch legitim, denn bei uns haben die Kinder Gelegenheit, neue Spiele kennenzulernen und kaufen die dann vielleicht auf für Zuhause“, sagt Schulleiter Günther Clemens. Wichtig sei ihm das gemeinsame Spielen in der Gruppe oder zu zweit. Das stärke die sozialen Kompetenzen, man lerne viel mehr als nur die Spielregeln. Im zweiten Schulhalbjahr soll der Spieletag in einer Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt werden. Dann soll alle 14 Tage gespielt werden, aber nicht nur in der Schule. „Wir wollen auch in den Kindertagesstätten oder im Altenheim auswärts spielen“, so Clemens.

Das Motto am Tag der Premiere: „Brettspiele statt Schulbücher – Spielend für Toleranz.“ Angeregt durch eine bundesweite Initiative wurde der Spieletag initiiert. „Der Spieletag soll die Ideale einer offenen und menschenfreundlichen Gesellschaft fördern. Das Spiel setzt den Rahmen, um aufeinander zuzugehen, sich kennenzulernen und Regeln zu folgen“, sagt Fachlehrer Oliver Clemens. In seiner Klasse funktionierte das prima. Fenja (12) knöpfte sich an einem Vormittag gleich vier Spiele vor und meinte, das Spielen mit den Klassenkameraden mache richtig Spaß. Jerzey (11) lernte ganz neue Spiele kennen, die sie noch nicht gekannt hatte. „Zuhause spiele ich oft mit der Mama diese Anfass-Spiele“, sagte sie und schuf ein treffendes Wort, um den Unterschied zu Onlinespielen deutlich zu machen. Beim Brettspiel hat man etwas in der Hand, die Gegenspieler sitzen am Tisch. „Das ist nicht für alle Kinder selbstverständlich. Wir wollen die TV-Spiele aber nicht verteufeln. Wir zeigen lediglich Alternativen auf und fördern zugleich das Miteinander in der Gemeinschaftsschule“, so Oliver Clemens.

(bub)