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Kampf gegen Übergewicht
Mehr Gemeinsamkeit per Unterschrift

Die Teilnehmer des Jahrestreffens des Netzwerkes „Saarpfalz mit peb“ im Europäischen Kulturpark in Reinheim.
Die Teilnehmer des Jahrestreffens des Netzwerkes „Saarpfalz mit peb“ im Europäischen Kulturpark in Reinheim. FOTO: Carla Wack
Homburg/Reinheim. Jahrestreffen des Netzwerks „Saarpfalz mit peb“ im Kulturpark: Mit Bewegung gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. red

Im Rahmen des Jahrestreffens von „Saarpfalz mit peb“ im Europäischen Kulturpark in Reinheim haben Vertreter der Kommunen und weitere Vertreter des Netzwerkes am Montag eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung soll die Zusammenarbeit im Netzwerk intensiviert werden. Eva Schwerdtfeger, Leiterin der Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit im Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises, skizzierte die Entwicklung des Netzwerkes „Saarpfalz mit peb“ („peb“ steht für Plattform für Ernährung und Bewegung) mit seinen Partnern.

Das Netzwerk wurde 2010 gegründet, um im komplexen Handlungsfeld der Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen möglichst viele Akteure zusammenzubringen. Die Verantwortlichen erklärten sich ohne gesonderte Vereinbarung zur aktiven Mitarbeit bereit. Das Leitbild des Netzwerkes basierte seither auf der Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen mit den Schwerpunktthemen Ernährung und Bewegung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung für pädagogisches Personal. Insgesamt seien 60 Projekte und Maßnahmen initiiert und realisiert worden, freute sich Eva Schwerdtfeger über diese positive Bilanz und damit einhergehend über den wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Prävention der Adipositasproblematik.

Im überarbeiteten Leitbild wird nun die Übergewichtsprävention für alle Zielgruppen - von Babys über Kleinkinder, Jugendliche bis Senioren - über die ganze Präventionskette hinweg geöffnet. Die unterschiedlichen Angebote des Netzwerkes reichen von Fachveranstaltungen, Beratungs-, Bewegungs- und ernährungspädagogischen Angeboten bis zu Multiplikatorenschulungen. Der Themenkreis Ernährung und Bewegung wird um den Bereich Achtsamkeit erweitert. Die Struktur des Netzwerkes sieht drei Arbeitskreise (1. AG Gesundheitschancen für vulnerable Gruppe: Migranten, Menschen mit Behinderungen, sozial schwache Personen... 2. AG Ernährung/AG Schulverpflegung 3. AG Bewegung) sowie eine Lenkungsgruppe für Grundsatzfragen vor.



„Wir verfolgen unter anderem das Ziel einer umfassenden Ernährungs- und Bewegungsbildung, die auch die Aspekte der Entspannung, der psychosozialen und motorischen Entwicklung sowie der Ökologie berücksichtigen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Ansprache von Menschen, die bisher weniger an gesundheitsfördernden Maßnahmen teilhaben konnten. Der ‚Gemeinsam sind wir stark‘-Faktor spielt dabei eine übergeordnete Rolle‘“, fasste Dr. Sigrid Thomé-Granz, Leiterin des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises, zusammen. „Das Netzwerk arbeitet nachhaltig, zielgruppenorientiert und bedarfsgerecht. Es möchte gesundheitsförderliche Lebensstile in den jeweiligen Lebenswelten fördern“, ergänzte Eva Schwerdtfeger.

Die Netzwerkpartner erklärten sich mit ihrer Unterschrift bereit, gemeinsam Projekte zu erarbeiten, für das Netzwerk zu werben und gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen. Zudem sollen sie in mindestens einer Arbeitsgruppe möglichst regelmäßig mitarbeiten.

Landrat Theophil Gallo nutzte die Gelegenheit des Treffens im Kulturpark, allen Akteuren für ihre Mitarbeit im Netzwerk zu danken: „Was hier bereits bewegt werden konnte, ist einmal mehr das Ergebnis einer fruchtbaren interkommunalen Zusammenarbeit. Die Kommunen und alle beteiligten Institutionen und Vereine tragen mit ihrem Engagement ein Stück zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Saarpfalz-Kreis bei. Ohnehin bekommt diese Form von Prävention im Gesundheitsbereich eine zunehmend größere Bedeutung.“

Die Kooperationsvereinbarung unterzeichneten Landrat  Theophil Gallo für den Saarpfalz-Kreis, Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind für Homburg, Oberbürgermeister Hans Wagner für St. Ingbert, Jugendpflegerin Eva Meyer in Vertretung für Bürgermeister Thomas Leis für die Stadt Bexbach, Bürgermeister Alexander Rubeck für die Gemeinde Gersheim, Bürgermeister Gerd Tussing für die Gemeinde Mandelbachtal, Bürgermeister Frank John für die Gemeinde Kirkel, Norbert Litschko für die Christliche Jugenddorf Deutschland Homburg/Saar gGmbH, Professor Günter Dörr für das Landesinstitut für Präventives Handeln, Dr. Angelika Thönnes für das Adipositasnetzwerk und Ines Wahle für das Projekt „KiBiSS (Kinder, Bildung, Sprache, Sozialisation)“.