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„Rubenheimer Kalkstein ist ein wertvoller Rohstoff“

 Napru-Chef Oliver Schmitt auf seinem Steinbruchgelände auf dem Rubenheimer Hanickel. Foto: Joachim Schickert
Napru-Chef Oliver Schmitt auf seinem Steinbruchgelände auf dem Rubenheimer Hanickel. Foto: Joachim Schickert FOTO: Joachim Schickert
Rubenheim. Der Streit um die Erweiterung des Kalksteinabbaus in Rubenheim geht in die nächste Runde. Nun hat Oliver Schmitt, Chef des Tagebau-Betreibers Napru, Stellung genommen. Er sagt, die Gewinnungsmenge werde nicht steigen. Joachim Schickert

Nachdem der Saarpfalz-Kreis, der Biosphärenzweckverband und der Zweckverband Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe die vom Unternehmen Naturprodukte Rubenheim (Napru) geplante Erweiterung des Kalkstein-Tagebaus auf dem Hanickel abgelehnt haben (wir berichteten), hat nun Napru, die Firma von Oliver Schmitt, Stellung bezogen. Wie das Unternehmen mitteilt, werde die Gewinnungsmenge in Rubenheim durch die Erweiterung nicht steigen und die Abbaufläche verbleibe weiterhin auf derselben Ackerfläche wie bisher. Es bleibe somit bei der Abbaumenge und -örtlichkeit, wie sie der Saarpfalz-Kreis und das Ministerium für Umwelt 2011 genehmigt hatte. Die Befürchtung, dass der Biosphärenstatus verlustig sein könnte, sei bereits unter dem vorherigen Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, unter Rücksprache mit dem zuständigen Unesco-Komitee, verneint worden. Ein Abbau auf Naturschutzflächen finde nicht statt. Etwaige Auswirkungen hierauf seien durch anerkannte Fachleute zu bewerten und bei erheblicher Beeinträchtigung der Flächen sei ein Abbau zu verneinen. Dies gelte ebenso für den Grundwasserschutz. Bei dem bisherigen Abbau seien keine erheblichen Auswirkungen festzustellen. "Der durch die Maschinen des Steinbruchs entstehende Lärm ist weit unter dem gesetzlich erlaubten und wurde durch Messungen des Tüv Saarland nachgewiesen. Durch den Steinbruch Rubenheim werden viele tausende Lkw-Kilometern verhindert, da die nächsten Steinbrüche mehr als 60 Kilometer entfernt liegen. Durch die Lage des Steinbruchs an der L 123 kommt es hier zu einer Konzentrationswirkung, welche jedoch im unteren Bereich des Erlaubten liegt", so das Rubenheimer Kalkstein-Unternehmen in einer Presseerklärung weiter.

Selbst dann, wenn alle Materialien per Dreiachser - statt per Sattel-Lkw und nur über die Bausaison abgeholt werden würden. Wenn wider Erwarten Antragsunterlagen in bestimmten Punkten nicht vollständig sein sollten, dann würden diese selbstverständlich nachgereicht. Einer Einbettung des Steinbruchs Rubenheim in ein touristisches Konzept für den Saarpfalz-Kreis stehe die Napru positiv gegenüber. Auf Grund der Betriebszeiten sei eine Naherholung auch im Bereich des Hanickels möglich. "Wie vom Saarpfalz-Kreis ausgeführt, ist der Kalkstein aus Rubenheim ein wertvoller Rohstoff, welcher sich einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Die Napru als ein Betrieb der freien Wirtschaft verkauft den gewonnen Kalkstein ideologiefrei an jeden Kunden, der diesen kaufen möchte", heißt es weiter.

Auf Grund des erheblichen Preisunterschieds zwischen Recycling- und Natursteinmaterial komme es zu keiner Verdrängung durch den Kalkstein aus Rubenheim . Das Saarland habe einen Jahresbedarf von mehr als einer Million Tonnen Kalk. Dieser Bedarf könne aus saarländischen Quellen nicht gedeckt werden und werde aus Quellen geliefert, welche mehr als 140 Kilometer entfernt lägen. "Dieser Umstand zeigt eindeutig, wie wichtig eine regionale Kalksteinversorgung ist. Die Napru beschränkt sich gezielt auf objektive Informationsweitergabe rund um die Erweiterung des Steinbruchs, da sie grundsätzlich an die Vernunft der Menschen und an das Primat der Politik glaubt", so informiert die Firma abschließend in ihrer Erklärung.