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Museum auf der Grenze
Kulturpark bereitet Jubiläumsjahr vor

Der Europäische Kulturpark erfreut sich großer Beliebtheit, wie der Blick auf den Aussichtshügel mit dem Fürstinnengrab zeigt.
Der Europäische Kulturpark erfreut sich großer Beliebtheit, wie der Blick auf den Aussichtshügel mit dem Fürstinnengrab zeigt. FOTO: Wolfgang Degott
Reinheim. Im März hat in Reinheim-Bliesbruck die neue Saison begonnen. Der Museumsleiter blickt auch schon auf 2019 voraus. Von Wolfgang Degott

Mitte März hat die Saison im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim begonnen. So können die Sehenswürdigkeiten, angefangen vom Museum im Maison Jean-Schaub und in der Taverne, dem Fürstinnengrab, die weitläufige Palast-Villenanlage, der Vicus von Bliesbruck und die Thermenanlage besucht werden – sowohl auf eigene Faust als auch in einer Führung, in deutscher, französischer als auch englischer Sprache.

Im Hintergrund laufen derweil die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2019. Der Archäologe und Museumsleiter Andreas Stinsky erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass 1989 der Kooperationsvertrag zwischen dem Conseil Général de la Moselle, dem Generalrat des französischen Departements Moselle, und auf deutscher Seite vom Saarpfalz-Kreis unterschrieben und damit das Fundament für den binationalen Park gelegt worden war. „Im nächsten Jahr werden wir in vielfältiger Art ein reiches Programm anbieten, das sowohl auf musikalischer als auch auf ausstellerischer Ebene dem Jubiläum gebührend entsprechen wird“, sagte Andreas Stinsky.

Das Hauptprojekt in diesem Jahr, einer Zeit, in der man sich neu aufstellen will, wird eines professioneller Animationsfilm sein. Darin wird in wenigen Minuten das Leben der Fürstin von Reinheim, deren Überreste 1954 in einer Sandgrube freigelegt worden waren, zu sehen sein. Dazu sagt Stinsky: „Obwohl wir nur wenig konkrete Fakten besitzen, werden wir darin ein Bild zeichnen, das wissenschaftlich fundiert sein und die Bedeutung der Fürstin sowie ihren Lebenslauf zeigen wird“. Damit werde erstmals seit dem Zufallsfund vor 64 Jahren herausgehoben, dass die Priesterin hoch in der Gesellschaft gestanden habe. Der Leichenzug und die Aufschüttung des Grabhügels werden ebenso zu sehen sein wie wichtige Szenen aus ihrem Leben. Auch können die Betrachter auf der im Foyer des Fürstinnengrabes installierten Leinwand in 3D auf Zeitreise in das Tal der Blies zur Keltenzeit gehen.



Waren die internationalen Grabungscamps in den letzten Jahren dafür verantwortlich, dass weite Teile der Villa ausgegraben wurden, unter der Leitung des Grabungsleiters Michael Ecker aber zuletzt auch große Flächen Wandmalereien freigelegt worden waren, so werde jetzt mit einem trinationalen „Umlandprojekt“ nach Hinweisen auf bedeutende Fundplätze gesucht, um zu ergründen, wo in den nächsten Jahren Untersuchungen stattfinden sollen.

Dabei kooperieren die Reinheimer sowohl mit ihren Partnern in Bliesbruck als auch mit der Universität Chieta-Pescara „Gabriele d’Annunzio“ in den italienischen Abruzzen. „Wir nehmen das Gelände unter die Lupe, um zu sehen, wie wir uns in den nächsten Jahren grabungstechnisch aufstellen, um sowohl für die Arbeit innerhalb der Sozialmaßnahmen mit der AQuiS als auch für die Besucher Neuigkeiten herausarbeiten“, so Stinsky. Auch innerhalb des Museums werde es zu Veränderungen kommen. Stinsky kündigte an, dass eine „tolle neue“ Keramikvitrine sowie die Darstellung der Wandmalerei vorbereitet werde. Ansonsten kann der Besucher auf Bewährtes zurückgreifen. Neben dem hauptamtlichen Personal werden die versierten Gästeführer ihre Spaziergänge durch das weitläufige, ungefähr 70 Hektar großen Areal immer wieder auf die Bedürfnisse der Gäste abstimmen, können Führungen mit einer Dauer zwischen 90 Minuten und vier Stunden angeboten werden.

Für Schulklassen und Kindergruppen sind unter anderem das Grabungsspiel, die römische Rallye, das Kochen römischer Gerichte oder auch Töpfern römischer Gefäße oder das Bewanden mit römischer Kleidung als Module vorhanden.