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Niedergailbach
Klepperbuben in Niedergailbach reaktiviert

Unterwegs in Niedergailbach waren die Klepper-Buben (v. l.) Otmar Gros, Roland Schneider, Lothar Kruft, Stefan Selgrad, Heiko Rebmann und Norbert Oberinger.
Unterwegs in Niedergailbach waren die Klepper-Buben (v. l.) Otmar Gros, Roland Schneider, Lothar Kruft, Stefan Selgrad, Heiko Rebmann und Norbert Oberinger. FOTO: Wolfgang Degott
Niedergailbach. „Stehe auf im Namen Herr Jesu Christ. Die dunkle Nacht verflossen ist. Der helle Tag vorhanden ist. Den hellen Tag hat Gott gemacht – Ave Maria“, so war es am Karfreitag und am Samstagmorgen in Niedergailbach zu hören. An sich nichts Besonderes. Kleppern doch Jungs und Mädchen seit Jahrhunderten als Messdiener in den Dörfern. Bis heute nutzen sie dafür ein Instrument aus Holz, das für Lärm sorgt — Ratschen oder Ratzen. Doch im Bliesgaudorf sind es „Klepper-Oldies“, die dafür sorgen, dass das Brauchtum erhalten bleibt, da es an Nachwuchs fehlt. Von Wolfgang Degott

Beim Sextett, das sich jetzt zusammen gefunden hat, handelt es sich um ehemalige Messdiener, Otmar Gros, Lothar Kruft, Norbert Oberinger, Roland Schneider, Stefan Selgrad und Heiko Rebmann, mit 47 Jahren der Jüngste, der die Idee dazu hatte, gemeinsam die Kartage zu eröffnen. Sollte sich in der Kirchengemeinde Bruder Klaus Niedergailbach kein Nachwuchs finden, wollen sie das im nächsten Jahr wiederholen, doch hoffen sie, dass ihr Beispiel Schule macht und sich der Altersschnitt verringert. Unterwegs waren sie mit eigenen Ratschen, die in den letzten Jahren an andere Klepperbuben verliehen wurden. Der alte Osterbrauch ersetzt die Kirchenglocken, die ab Gründonnerstag nicht mehr läuten. Den Kindern erzählt man: Die Glocken sind nach Rom geflogen. Die Klepper sollen, wie die Glocken, den Tagesablauf der Menschen bestimmen: morgens, mittags und abends sowie zu den liturgischen Feiern rufen.