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Grenzdorf sehnte sich nach Frieden

Niedergailbach. Niedergailbach ist wie viele Ortsteile von Gersheim kirchlich geprägt. So gibt es hier auch eine Marienkapelle, die im Jahr 1816 infolge der Napoleonischen Kriege errichtet wurde. 1856 folgten ein Umbau und eine Vergrößerung der Gebetsstätte. nob

Die alte Kapelle wurde im Zweiten Weltkrieg durch die massiven Kämpfe an der Grenze zerstört. Erst 1969 erfolgte die Einweihung des renovierten Gebäudes. In Anlehnung an den Friedenspatron der Pfarrkirche fand man in der als Stalingrad-Madonna bekannt gewordenen Kohlezeichnung des Oberarztes Dr. Kurt Reuber eine Vorlage für die Marienstatue. Dieses Kunstwerk wurde dann von einem Oberammergauer Holzschnitzer gefertigt.

Auch die Pfarrkirche selbst wurde im letzten Krieg bis auf die Grundmauern zerstört. Das neue Gotteshaus wurde im August 1954 eingeweiht. Als Baumaterial wurde heimischer Kalkstein verwendet. Die Kirche ist dem schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Füe geweiht. Nach all den Schicksalsschlägen der letzten Jahrhunderte sehnte man sich in dem Grenzdorf nach einem Friedenspatron.

Sehenswert sind auch die fünf Brunnen und die Wegkreuze in Niedergailbach . Unter Denkmalschutz steht auch die "Kleine Steige". Dabei handelt es sich um eine Treppenanlage, die das Ober- mit dem Unterdorf verbindet. Nach der jüngsten Restaurierung ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung alter Bausubstanz im Ort geleistet worden.

Niedergailbach liegt zudem im Biosphärengebiet Bliesgau. Zum Dorf gehören das Naturschutzgebiet "Himsklamm" mit seinen seltenen Vögeln, Echsen und Schmetterlingen sowie zahlreiche Streuobstwiesen.