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Gersheims Rat ist wieder komplett

 Bürgermeister Alexander Rubeck (links) überreicht Klaus Hussong die Ernennungsurkunde zum Beigeordneten. Foto: Erich Schwarz
Bürgermeister Alexander Rubeck (links) überreicht Klaus Hussong die Ernennungsurkunde zum Beigeordneten. Foto: Erich Schwarz FOTO: Erich Schwarz
Gersheim. Nachdem Ratsmitglied und Erster Beigeordneter Klaus Fischer kurz vor Fastnacht verstorben war, ist der Gemeinderat von Gersheim nun wieder komplett. Bernhard Welsch rückt auf Fischers Platz, Klaus Hussong ist Erster Beigeordneter. Erich Schwarz

Mit einer Schweigeminute gedachte der Gemeinderat Gersheim des kurz vor Fastnacht verstorbenen Ratsmitglieds Klaus Fischer. Der Verstorbene war seit der letzten Kommunalwahl auch Erster Beigeordneter der Gemeinde Gersheim gewesen. Für Fischer rückte Bernhard Welsch in den Gemeinderat nach und wurde von Bürgermeister Alexander Rubeck per Handschlag verpflichtet. In geheimer Wahl wurde dann im Anschluss der 60-jährige Realschullehrer Klaus Hussong zum neuen Ersten Beigeordneten gewählt. Der frühere Ortsvorsteher von Rubenheim erhielt 15 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und acht Enthaltungen. Im Anschluss an die Wahl ging der Rat dann zum Tagesgeschäft über. Stephan Thul, Geschäftsführer des "Zweckverbandes elektronische Verwaltung für saarländische Kommunen" (Ego Saar ), präsentierte die Ziele und Arbeitsbereiche dieses Zweckverbandes, dem neben den Kommunen auch die Kreise und weitere Institutionen wie etwa der Entsorgungsverband oder die Unfallkasse des Saarlandes angehören. Wie Thul ausführte, habe dieser Zweckverband "keine Außenwirkung", sondern man versteht sich als Dienstleister für Kommunen. Nach seiner sehr detaillierten Darstellung stimmte der Gemeinderat dann einstimmig einer nötig gewordenen Satzungsänderung des Zweckverbandes zu, ebenfalls einer Satzung für eine neue GmbH, eGo-Service-Saar, die verschiedene Teilbereiche aus dem Tätigkeitsspektrum des Zweckverbandes übernehmen soll. Einen Ausblick auf die demnächst anstehenden Haushaltsberatungen gab dann die Feststellung der Eröffnungsbilanz der Gemeinde Gersheim zum ersten Januar 2009. Im Rahmen dieses formalen Beschlusses und vor dem Hintergrund der Präsentation des sogenannten Junkernheinrich-Gutachtens zur finanziellen Situation der saarländischen Kommunen konnte Bürgermeister Alexander Rubeck schon jetzt voraussagen, dass harte Einschnitte zu erfolgen hätten. "Wir müssen die Einnahmen erheblich verbessern, und alle Ausgaben kommen erneut auf den Prüfstand. Es wird dabei einschneidende Maßnahmen geben", prophezeite der Gersheimer Verwaltungschef. CDU-Fraktionschef Jürgen Wack stellte heraus, dass man genau prüfen müsse, was zielführend sei und womit man unter Umständen "vieles an örtlicher Infrastruktur zerschlagen" werde. Aber er zeigte sich überzeugt: "Das Land und der Bund müssen helfen, alleine wird das Gersheim nicht schaffen". Christine Streichert-Clivot, Fraktionsvorsitzende der SPD , plädierte für eine "Beratung ohne Zeitdruck". Es fehle von Seiten des Landes immer noch ein "Masterplan", wie sie es nannte, um "Gemeinden wie Gersheim auf dem schwierigen Weg der Sanierung zu begleiten". Alexander Rubeck kritisierte, dass etwa die Kreisumlage erneut steigen werde, allein für Gersheim um knapp 200 000 Euro. Dies sei aber das Verschulden des Landes, welches Einnahmen zu sich "herübergezogen" habe. Und der Bürgermeister zeigte sich auch verärgert, dass man immer noch auf einen Haushaltserlass des saarländischen Innenministeriums warte.