| 17:13 Uhr

Bürgermeisterwahl
Er setzt auf Politik der kleinen Schritte

 Bürgermeister Alexander Rubeck (rechts) mit dem Spitzenkandidaten für den Ortsrat in Reinheim, Peter Wack, beim Häuserwahlkampf: Hier sind sie bei Anna Huppert in der Kirchenstraße in Reinheim.
Bürgermeister Alexander Rubeck (rechts) mit dem Spitzenkandidaten für den Ortsrat in Reinheim, Peter Wack, beim Häuserwahlkampf: Hier sind sie bei Anna Huppert in der Kirchenstraße in Reinheim. FOTO: Erich Schwarz
Gersheim/Rubenheim. Gersheims CDU-Bürgermeister Alexander Rubeck stellt sich zur Wiederwahl. Er schätzt den direkten persönlichen Draht zu den Bürgern. Von Erich Schwarz

Seit 2010 ist Alexander Rubeck (CDU) Bürgermeister der Gemeinde Gersheim. Rubeck ist Diplom-Verwaltungswirt, hat also Verwaltungshandeln von der Pike auf gelernt. „Mein politisches Engagement hat in jungen Jahren schon begonnen, weil ich in meinem Heimatort mitreden wollte, weil ich etwas verändern wollte“, erzählt der Verwaltungschef des Gersheimer Rathauses im Gespräch mit unserer Zeitung. Insgesamt 15 Jahre gehörte der Rubenheimer dem Ortsrat an, zehn Jahre dem Gemeinderat Gersheim, wo er als Vorsitzender der Mehrheitsfraktion CDU die Verantwortung trug.

Er schätze die Überschaubarkeit und den direkten persönlichen Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern. Und so geht auch er in diesen Tagen wie sein sozialdemokratischer Herausforderer in seiner dienstfreien Zeit von Tür zu Tür, lässt sich von den Sorgen und Nöten der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde berichten. „Ich habe inzwischen ganz viele Dinge aufgeschrieben, die wir ganz schnell abändern können“, weiß Rubeck von seinen Hausbesuchen zu berichten. Meist seien es kleine Angelegenheiten, etwa eine defekte Lampe oder eine schlecht sitzende Rinnenplatte. Er werde überall freundlich empfangen, es gebe kaum Anfeindungen. Und er habe erfahren, dass es nicht das ganz große politische Rad ist, das da an der Haustür gedreht werden muss, sondern dass es eben die kleinen Dinge sind, die an ihn herangetragen werden. Rubeck ist verheiratet und hat zwei Kinder, und es sei oft genug schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren: „Ein Bürgermeister ist zwangsläufig auch oft am Abend oder an den Wochenenden unterwegs. Das trägt meine Familie auch mit. Aber in den Zeiten vor der Wahl ist die Belastung natürlich auch noch viel größer“. Umso mehr freut sich der Bürgermeister, dass er im Sommer mit seiner Familie am Oberjoch im Allgäu in einem Familienhotel Urlaub machen kann, dann mehr Zeit für Ehefrau und Kinder hat.

Sein großes Hobby, so erzählt uns Rubeck, sei das Lesen: „Aber auch dazu komme ich oft nicht, in diesen Tagen schon gar nicht“, berichtet der Kommunalpolitiker von seinem hohen Arbeitspensum. Was bewegt einen dann dazu, Bürgermeister einer hoch verschuldeten Gemeinde zu sein und sich um Wiederwahl zu bewerben? „Bürgermeister zu sein, ist kein Beruf sondern eine Berufung, das muss man wollen, auch in schwierigen Zeiten.“ Und: „Es ist einfach mein Ding!“, so die Antwort von Rubeck. Aber er sieht auch sehr viele positive Aspekte, schließlich gebe es inzwischen so etwas wie Licht am Ende des finanziellen Tunnels. „Die Sparbemühungen der Gemeinde zeigen Wirkung“, ist er überzeugt, auch komme so langsam Hilfe vom Land und eventuell auch vom Bund. „Ich mache die Arbeit nach wie vor sehr gern und bin auch kämpferisch“, unterstreicht Rubeck im Hinblick auf eine weitere Amtsperiode. Und dann noch die Frage, die jedem Kandidaten gestellt wird: Was würde ein Bürgermeister Rubeck zuerst machen, wenn Geld und politische Konstellationen keine Rolle spielten?



„Ich würde noch viel mehr Familien und Senioren unterstützen und den Vereinen noch viel stärker unter die Arme greifen, denn gerade im ehrenamtlichen Bereich spielt sich gerade ein großer Wandel ab“, nennt Rubeck eventuelle Möglichkeiten. Um dann aber einzuschränken: „Da Geld aber in Wirklichkeit immer eine Rolle spielt, gilt mein alter Leitsatz: Kommunalpolitik ist die Politik der kleinen Schritte. Aber auch mit kleinen Schritten kommt man voran“. Und eine Sache ist ihm noch besonders wichtig: „Es ist einerseits zwar Bürgermeisterwahl, aber mir ist mindestens genauso wichtig, dass meine Partei ein klares Votum für den Gemeinderat erhält, es eine Stabilität im Rat gibt. Denn ein Gemeinderat mit vielen kleinen Splittergruppen ist oft nicht sehr handlungsfähig. Dafür gibt es ja einige Beispiele“ unterstreicht Rubeck.

Diese Stabilität wünsche er sich auch für die Ortsräte, wo er hofft, dass seine Partei ebenfalls wieder viele Wählerstimmen erhält.

www.gersheim.de