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Bliesdalheim
Gebete für bedrohtes Naturparadies

Einzelne Frauenschicksale standen im Mittelpunkt der Weltgebetsliturgie in der protestantischen Kirche in Bliesdalheim.
Einzelne Frauenschicksale standen im Mittelpunkt der Weltgebetsliturgie in der protestantischen Kirche in Bliesdalheim. FOTO: Wolfgang Degott
Bliesdalheim. Spannende und informative Gebetstexte hörten gut 50 Frauen zum Weltgebetstag in der protestantischen Kirche in Bliesdalheim. In diesem Jahr standen Frauenschicksale in Surinam im Fokus. Von Wolfgang Degott

Bewegt und bewegend gestalteten Frauen aus Bliesdalheim, Herbitzheim und Rubenheim den Gottesdienst in der protestantischen Kirche von Bliesdalheim, demonstrierten bei der Weltgebetstagsliturgie, an der auch die protestantische Pfarrerin Tatjana Falk-Reifarth teilnahm, lebendige Ökumene. Den rund 50 Teilnehmerinnen aller Generationen wurden abwechslungsreich und spannend Gebetstexte und Informationen vorgetragen. Kurze Texte stellten nacheinander die Frauenschicksale von Alima (gelesen von Annika Grieser), Muyinga (Franziska Kruft), Mei Ling (Ursula Kieback), Carolina (Ilka Walte), Willemien (Margit Wesely), Shanti (Maritta Nagel) und Kartini (Gertrud Schwartz) vor, die viel über Land und Leute des südamerikanischen Staates Surinam verrieten. Die verschiedenen Rhythmen der Weltgebetslieder hatten die Mitglieder der Gitarrengruppe „Saitenklänge“ unter der Leitung von Susanne Kempf seit Januar einstudiert, so dass der Gesang stimmungsvoll begleitet wurde. Surinam, kleinstes südamerikanisches Land, kämpft mit den Folgen von Abholzung und illegalem Rohstoff-Abbau. Es ist ein ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel sowie ein Naturparadies.

Rund 90 Prozent der früheren niederländischen Kolonie bestehen aus Regenwald. Natur und das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam sind zunehmend in Gefahr. Rodungen und rücksichtsloser Rohstoff-Abbau zerstören die einzigartige Flora und Fauna. Das Land ist wirtschaftlich abhängig vom Gold- und Öl-Export. Wegen schwankender Rohstoff-Preise ist das Sozialsystem kaum noch finanzierbar. Dass das gesellschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen gerät, trifft besonders die Frauen und Mädchen. Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt zu und Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not. „Lasst uns nicht länger zögern, sondern alles tun, was wir können, um die Erde für diejenigen zu erhalten, die nach uns kommen“, so der eindrückliche Appell der surinamischen Christinnen. Das Bliesdalheimer Vorbereitungsteam unter der Leitung von Hiltrud Weber, Ilka Walte und Ursula Hartz hatte auch an das leibliche Wohl gedacht. In der Mehrzweckhalle wartete eine würzige Chakalaka-Suppe, vom Küchenteam mit aufwendiger „Schnippelarbeit“ zubereitet.

„Wie immer war es ein wunderbarer Weltgebetstag mit vielen neuen Eindrücken“, so das Fazit einer Teilnehmerin. Im kommenden Jahr, wenn Slowenien im Mittelpunkt steht, wird die Feier in der Herbitzheimer St. Barbara-Kirche stattfinden. Bei der Kollekte wurden 435 Euro für Projekte, die Frauen und Mädchen stark machen, gesammelt.