| 19:27 Uhr

Fester Glaube und herrliche Natur

Zum Jakobsmarkt kommen jährlich mehrere tausend Besucher. Foto: OV
Zum Jakobsmarkt kommen jährlich mehrere tausend Besucher. Foto: OV FOTO: OV
Medelsheim. Die Kirche spielt in der Parr auch heute noch eine große Rolle. Sie bietet den Menschen nicht nur Halt, sondern auch Einheimischen und Gästen zahlreiche Sehenswürdigkeiten. "Dazu kommt noch die herrliche Natur ", schwärmt die Medelsheimer Ortsvorsteherin Imelda Frenzel, die hier insbesondere die blühenden Wiesen mit den wunderschönen Küchenschellen erwähnt, die in der Parr auch Kuhschellen genannt werden.Eine Attraktion sei vor allem der Kreuz-Rundwanderweg, der auf einer Strecke von rund vier Kilometern durch den Ort führt. Norbert Rech

Ausgangspunkt ist die Pfarrkirche St. Martin in der Dorfmitte. Sie birgt gotische Wandmalerein und einen gotischen Altaraufsatz aus der Zeit um 1430, der 1956 gefunden wurde. Er stammt wohl von dem Vorgängerbau, der um 1350 errichtet wurde. Das heutige Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1776, musste aber nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut werden.

Von der Kirche geht es dann hinauf zum Husarenberg. Am Wegesrand stehen hier 14 gemauerte Stationen, die nach alter Tradition an das Leiden Christi von seiner Verurteilung bis zur Grablegung erinnern. Die Idee für diesen Kreuzweg hatte der Speyerer Bischof Michael Faulhaber, der im Jahr 1914 anlässlich einer Firmung in Medelsheim war. Eingeweiht wurden die Stationen 1920. Sehenswert ist auch die vor der Friedhofsmauer stehende Kreuzigungsgruppe, die 1804 errichtet wurde. Ein Blickfang in der Kapelle ist ein Holzkreuz, das um 1700 in Tirol gefertigt wurde. Nach Medelsheim gelangte das Kunstwerk allerdings erst vor rund 30 Jahren.

Auf der Wegstrecke folgen noch eine Reihe an weiteren schmucken Kreuzen - das älteste stammt aus dem Jahr 1611. Interessant ist auch das vor der Landstraße befindliche, das 1986 an seinem alten Standort an einem Feldwirtschaftsweg auf dem Berg von einen Blitzschlag getroffen wurde. Es wurde danach originalgetreu nachgebildet und an anderer Stelle aufgestellt. Vor dem Klosterwald steht ein Holzkreuz, das 1913 als Wegmarkierung errichtet wurde. Zwei Wegkreuze aus dem 18. Jahrhundert stehen noch oberhalb der Schelmengrube und an der Duser Straße.

Von hier geht es zurück in die Ortsmitte, wo unterhalb der Kirche eine Kreuzigungsgruppe aus Sandstein aus dem Jahr 1830 das Ziel der Spaziergänger ist.