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Gedenkgottesdienst in Niedergailbach
Dieser Mensch wird auch heute noch sehr geschätzt

 Eine Büste vor der St. Andreas-Kirche in Altheim erinnert an einen  großen Sohn der Bliesgau-Region. Es ist dies Bischof Nikolaus von Weis.
Eine Büste vor der St. Andreas-Kirche in Altheim erinnert an einen  großen Sohn der Bliesgau-Region. Es ist dies Bischof Nikolaus von Weis. FOTO: Wolfgang Degott
Niedergailbach. Gedenkgottesdienst in Niedergailbach anlässlich des Todestages von Bischof Weis an diesem  Samstag.  Von Wolfgang Degott

Vor 150 Jahren – am 13. Dezember 1869 – starb in Speyer Bischof Nikolaus von Weis. Er war von 1842 bis 1869 der geistliche Führer des Bistums und eine wichtige Persönlichkeit beim Wiederaufbau dieser Diözese nach der Säkularisation. Als 1822 das Domkapitel der Diözese Speyer wieder errichtet wurde, stieg der junge Nikolaus Weis – vier Jahre nach seiner Priesterweihe – zum Domkapitular auf. 1841 erfolgte die Berufung zum Generalvikar. Am 27. Februar 1842 wurde er durch König Ludwig I. von Bayern als 85. Bischof von Speyer eingesetzt und am 10. Juli 1842 von Erzbischof Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel in München zum Bischof geweiht. Nach langer Krankheit starb er 73-jährig im Bischofshaus.

Als Bischof widmete er sich unermüdlich dem organisatorischen, sozialen und spirituellen Wiederaufbau der Diözese. 1852 gründete er das Institut der Armen Schulschwestern vom Heiligen Dominikus und bestätigte 1857 die Gründung der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Pirmasens durch Paul Josef Nardini. In Landstuhl errichtete er ein Kinderheim. 1845 eröffnete Bischof Weis in Oggersheim einen Konvent der Minoriten zur Betreuung der dortigen Wallfahrt. 1853 rief er den ersten Dombauverein in Speyer ins Leben. Das Wallfahrtswesen brachte er zu einer neuen Blüte, insbesondere förderte Bischof Weis die Wallfahrt nach Maria Rosenberg.

Seine Aktivitäten stärkten nachhaltig das katholische Selbstbewusstsein. Seit 1860 war er Päpstlicher Thronassistent und wurde seit 1865 von Papst Pius IX zu Fragen des geplanten Konzils gehört. Sein inniger Wunsch erfüllte sich nicht: an dem am 8. Dezember 1869 in Rom begonnenen Ersten Vaktikanischen Konzil teilzunehmen. Nikolaus Weis, ein Kind unserer Region, wurde am 8. März 1796 auf dem Schönhof, der zur Gemeinde Rimlingen im Bitscherland gehört, geboren. Da seine Mutter nicht wollte, dass ihr Sohn von einem Pfarrer getauft wird, der den Eid auf die revolutionäre französische Verfassung abgelegt hat, trug der Vater den Neugeborenen noch am Tag der Geburt in seiner Schäfertasche ins acht Kilometer entfernte Niedergailbach, wo er von Pfarrer Schgier getauft wurde. 1808 und 1809 erhielt er in Niedergailbach von Pfarrer Axtmann Lateinunterricht. Während dieser Zeit war er bei dem alten Bauersmann Peter Gottwalles in Kost und Logis. „Die Trauerpredigt bei seiner Beisetzung hielt ihm Dompfarrer und Domkapitular Dr. Dietrich Becker, ein Sohn Niedergailbachs, geboren am 29. November 1930 in unserer Bliestalgemeinde“, schreibt Dorfchronist Otmar Gros.



In seinem Nachruf bezeichnete Domkapitular Becker Weis als Ideal eines katholischen Bischofs „…..jeder Bischof müsse so aussehen wie er: so vollkommen ist das Bild und das Wesen des Hingeschiedenen“. Anlässlich des Todestages von Bischof Weis findet für ihn an diesem  Samstag, 14. Dezember, um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche „Bruder Klaus“ Niedergailbach ein Gedenkgottesdienst statt.