| 19:09 Uhr

Eiskeller beeindruckt seit Jahren seine Besucher

Der Eiskeller ist nur bei Führungen geöffnet. Foto: Norbert Rech
Der Eiskeller ist nur bei Führungen geöffnet. Foto: Norbert Rech FOTO: Norbert Rech
Bliesdalheim. Ob der in der Region bekannte Eiskeller wirklich eine römische Kultstätte war, ist bis heute umstritten. Klar ist aber, dass er zwischen Mai und September besichtigt werden kann – und sonst dort Fledermäuse hausen. nob

Eine Attraktion außerhalb von Bliesdalheim ist der Eiskeller, der schon zahlreiche Besucher in seinen Bann gezogen hat. Ob es sich aber um ein uraltes Mithräum - eine römische Kultstätte - handelt, lässt sich nicht belegen. Der Keller liegt in der Nähe des Freizeitweges auf der Strecke von Breitfurt in Richtung von Bliesdalheim auf der linken Seite der Landesstraße. Der unterirdische Gang, der durch ein Gitter abgesperrt ist, ist spitzbögenförmig und 26 Meter tief. Das Gewölbe misst eine Höhe von 4,75 und eine Breite von 4,80 Metern. Insgesamt ist der Keller sauber und ebenflächig in den Sandstein gehauen. Die Bearbeitungsspuren könnten aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammen. Sie sind sehr beeindruckend. So gibt es aus dem Felsen herausgeschlagene Podeste und Bänke an den Wänden.

In dem Raum herrscht eine konstante Temperatur zwischen vier und acht Grad Celsius. Nach Überlieferungen diente er im 19. Jahrhundert der örtlichen Brauerei Rabung, die es damals im Dorf gab, als Kühlmöglichkeit und Eislager. Die Höhlen dienten damals - vergleichbar denen am Homburger Schlossberg - zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken, um diese vor dem Verderben zu schützen. Hier wie dort waren es meist Bierfässer, die sich dort befanden. Daher lässt sich auch der Name "Eiskeller" ableiten.

Die Sicherheit des Kellers ist nach Angaben von Fachleuten gewährleistet. Der Eingangstunnel wurde vor 20 Jahren grundlegend saniert. Heute dient das Gewölbe als Winterquartier für Fledermäuse . Der Keller, der derzeit durch ein Gitter abgesperrt ist, kann zwischen Mai und September besichtigt werden. Um Störungen der Tiere zu vermeiden, erfolgt dies nur in Form von Führungen. Informationen gibt es beim Kulturamt der Gemeinde Gersheim, Telefonnummer: (0 68 43) 80 13 02 oder -644.