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Niedergailbach
Die Sträucher der Schwiegermutter

Das Ehepaar Gudrun und Jürgen Hertzler hatte den weitläufigen, schön komponierten Garten für die Neugierigen geöffnet.
Das Ehepaar Gudrun und Jürgen Hertzler hatte den weitläufigen, schön komponierten Garten für die Neugierigen geöffnet. FOTO: Wolfgang Degott
Niedergailbach. Aus einer Wiese mit Tannen der Hetzlers entstand ein richtig schön komponierter Garten mit architektonischen Feinheiten. Von Wolfgang Degott

Hinter den Häuserfassaden versteckt sich im Niedergailbacher Hirschackerweg ein landschaftliches Kleinod. Auf rund 2800 Quadratmetern hat das Ehepaar Gudrun und Jürgen Hertzler in den letzten zehn Jahren aus einer Wiese mit vielen Tannenbäumen einen abwechslungsreich komponierten Garten erschaffen, der von einer kleinen Ruine, ähnlich dem Eingangsportal des Klosters Wörschweiler über ein Philosophenhäuschen bis hin zu einer Sitzgruppe und einer Kräuterspirale auch architektonische Hingucker beinhaltet.

Begonnen habe alles mit dem Anlegen einer Terrasse und den Sträuchern von der Schwiegermutter, weiß Gudrun Hertzler zu berichten. Danach fielen die Bäume, wurde noch Gelände hinzugekauft und Wege am Steilhang hinunter zum Gailbach angelegt, wo jetzt eine lauschige Laube zum Verweilen und Relaxen einlädt. Es folgten ein japanischer Garten, ein aus Stein gebranntes Vogelhäuschen und ein kleiner Teich. „Wir sind fast täglich dabei, etwas zu verändern, haben immer was zu pflegen, zu kultivieren“, so die Hausherrin. Anregungen holt sie sich seit Beginn aus verschiedenen Gartenzeitungen und bei Reisen und Urlauben bringen sich die beiden immer was mit. Dazu gehört beispielsweise eine Skulptur aus Salzburg. „Zuerst hatten wir einen Garten, jetzt hat der Garten uns“, sagt die engagierte Hobbygärtnerin. Sie ist auch stolz auf ihre zahlreichen Rosensorten, die in ihren verschiedenen Blütenfarben i-Tüpfelchens der Gartenarrangements darstellen. Statt der Nadelbäume haben jetzt Laubbäume Platz rund um den über hundert Jahre alten Eichenbaum eingenommen und spenden den notwendigen Schatten.

Noch im Wachsen befinden sich Ahorn-Platanen als Zierbäumchen. Was noch fehle, so Gudrun Hertzler; sei ein weiterer Akzent mit Wasser. Aber auch noch weitere Ideen harren der Umsetzung. Für die beiden ist das eigene Grün zentraler Vermittler zur Natur. So haben sie im Wohnumfeld ein Werk von Menschenhand geformt. Sie sehen das Zusammenspiel von Mensch und Naturkräften als einen besonderen Reiz des privaten Freiraums. In ihrer oft hektischen Zeit verspricht das Grün auch den Abbau von Stress durch Entspannen, Naturerleben und körperliche Aktivität. Beim offiziellen Tag der offenen Gartentür machen die beiden nicht mit, doch haben sie schon zum dritten Mal nach 2016 gerade an diesem Festtag der Gartenbesitzer ihre Pforten geöffnet. Die gärtnerischen Akzente wurden noch ergänzt durch eine kleine Kunstausstellung von Mitgliedern der Malgruppe Marianne Rauch sowie den Künstlerinnen Eva Reda-Mossmann und Monika Jochum-Becker. Dazu gab’s für die zahlreichen „Zaungäste“ würzigen Flammkuchen, wurde in der Laube am Bachufer Crémant kredenzt, spielte auch die Porc Pie Blues Band.