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Die Kita Niedergailbach gibt es seit 60 Jahren
Acht D-Mark für einen Kita-Platz

 Außenansicht des Kindergartengebäudes, das heute als Generationentreff genutzt wird.
Außenansicht des Kindergartengebäudes, das heute als Generationentreff genutzt wird. FOTO: Otmar Gros
Niedergailbach. Vor 60 Jahren wurde in Niedergailbach der Kindergarten eingeweiht. Von Wolfgang Degott

Vor 60 Jahren, und zwar Ende Oktober, wurde der Niedergailbacher Kindergarten eingeweiht. Damit ging ein langersehnter Wunsch vieler Dorfbewohner in Erfüllung. In den 1950er Jahren zählte Niedergailbach, gemessen an den Einwohnern, zu den kinderreichsten Gemeinden des Saarlandes. Dies und das Drängen der Eltern führte dazu, dass der Gemeinderat am
1. April 1957 unter Vorsitz von Bürgermeister Friedrich Buchheit den Beschluss zum Bau fasste. Gleichzeitig erhielt der Bexbacher Architekten Fritz Ruffing den Auftrag, die Immobilie zu planen. Dabei wurde auch vereinbart, dass der Architekt während der gesamten Bauphase täglich mindestens eine Stunde den Baufortgang vor Ort zu überwachen habe.

Anfang 1958 begannen die Bauarbeiten, das Richtfest konnte im Oktober gefeiert werden. Am 1. September 1959 eröffnete der Kindergarten, den rund 50 Mädchen und Jungen ab dem Geburtsjahrgang 1953 anfangs besuchen. Der Elternbeitrag betrug damals monatlich acht D-Mark, bei Geschwistern ermäßigte er sich vom zweiten Kind an auf vier D-Mark. Erste Kindergartenleiterin war die 20-jährige staatlich geprüfte Saarbrücker Erzieherin Hildegard Eistert, die von Renate Dreckmann aus Niedergailbach unterstützt wurde.

Nachdem Eistert zum Jahresende 1960 kündigte, eine Nachfolgerin spontan nicht gefunden wurde, musste die Einrichtung vorübergehend geschlossen werden. Unter neuer Leitung von Adelinde Welsch aus Frankenholz und Anita Oberinger aus Niedergailbach wurde der Betrieb am 11. April 1961 wieder aufgenommen.



Bei der offiziellen Einweihung des rund zwölf Millionen Franken teuren Projekts wertete Bürgermeister Nikolaus Rebmann den Kindergarten als weiteres Zeichen der Aufwärtsentwicklung des durch die Kriegseinwirkungen arg gebeutelten Grenzdorfes. Die Presse bezeichnete den hellen, sehr freundlichen Bau als „Paradies für kleine Leute“, weiß der frühere Ortsvorsteher und Ortschronist Otmar Gros zu berichten.

Aufgrund der Tatsache, dass immer weniger Kinder auf die Welt kamen, war die Einrichtung von Herbst 1977 bis Herbst 1979 vorübergehend geschlossen. Danach, bis 1989, war eine Gruppe des Reinheimer Kindergartens nach Niedergailbach ausgelagert. Am 1. April 1989 wurde die Einrichtung in Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung Niedergailbach wieder eigenständig.

Nach fast 49 Jahren endete für immer die Ära „Kindergarten Niedergailbach“ zu Beginn der Sommerferien 2008. Auf Initiative des Ortsrates ist das Gebäude danach in einen Generationentreff umfunktioniert worden.