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Der Film des Jahres kommt aus St. Ingbert

 Die Preisträger beim Landesfilmfestival in Reinheim. Vorn von links Jörn Michaely, die Mitglieder der Jugendgruppe des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel Lara Baum, Vivien Hirtz, Maona König, Lennart Jückel, Cédric Maurice Desgranges, Janna Lauerman, Ortsvorsteher Jürgen Wack und Landesvorsitzender Jürgen Baquet. Foto: Wolfgang Degott
Die Preisträger beim Landesfilmfestival in Reinheim. Vorn von links Jörn Michaely, die Mitglieder der Jugendgruppe des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel Lara Baum, Vivien Hirtz, Maona König, Lennart Jückel, Cédric Maurice Desgranges, Janna Lauerman, Ortsvorsteher Jürgen Wack und Landesvorsitzender Jürgen Baquet. Foto: Wolfgang Degott FOTO: Wolfgang Degott
Reinheim. Zehn Minuten reichten Jörn Michaely, um eine ganze Jury zu beeindrucken. Mit seinem Kurzfilm „Omas Ding“ hat der 21-jährige St. Ingberter einen begehrten Filmpreis gewonnen. Und das sollte nicht seine einzige Auszeichnung beim qualitativ hochwertigen Wettbewerb bleiben. Wolfgang Degott

. "Omas Ding" wurde beim Landesfilmfestival des Landesverbandes Saar im Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) mit dem Wanderpreis "Film des Jahres" ausgezeichnet. Der zehnminütige Spielfilm des 21-jährigen St. Ingberters Jörn Michaely überzeugte die fünfköpfige Jury, geleitet vom saarländischen Jury-Referenten Klaus Jostock. Gleichzeitig sprachen ihm die Juroren, darunter auch die Rektorin der Grundschule Reinheim , Susanne Albrecht , im Saal des Reinheimer Jean-Schaub-Hauses den erstmals verliehenen saarländischen Jugendfilmpreis des Bildungsministers zu.

Michaely, Mitglied im ausrichtenden AFW Blieskastel, war zum vierten Mal dabei. Der engagierte Jung-Produzent und -Regisseur will an der Ludwigsburger Filmhochschule studieren. Dort absolvierte er schon ein Regie-Praktikum und hat in Zusammenarbeit mit der Lorenzberger Filmproduktion, dem Saarländischen Rundfunk und der Filmakademie Baden-Württemberg den Kurzfilm "Leon lügt" produziert, der auf dem Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis mediale Aufmerksamkeit erregt hatte.

"Es war mir eine Herzensangelegenheit, mich mit dem Thema älter werden zu beschäftigen," so Michaely. Die Handlung habe sehr betroffen gemacht, teilweise weh getan, war im anschließenden Jury-Gespräch zu hören. In einer großartigen Kulisse sei das Spannungsfeld zwischen der Oma (gespielt von Barbara Schuck), ihrem polternden Sohn (Andreas Anke) und der liebevollen Enkelin (Melina Schmidt), aber auch die spürbare Einsamkeit dramaturgisch hervorragend umgesetzt worden.

Den Ehrenpreis des BDFA für die höchste Wertung erhielt der Spielfilm "On the drive" des Bexbachers Thomas Scherer. Er hatte den Kurzfilm gemeinsam mit Studenten der Hochschule Offenburg gedreht. Während einer viertel Stunde sahen die zahlreichen Zuschauer ein Männertrio, das in einem weißen Mercedes nach Düsseldorf unterwegs ist. Doch bei der Mitfahrgelegenheit läuft alles anders als gedacht.

Die Jugendgruppe des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel erhielt mit "Was ist Fremdenfeindlichkeit" den Preis der Gemeinde Gersheim, der von Reinheims Ortsvorsteher Jürgen Wack überreicht wurde. In vier Trickfilm-Minuten sei das schwierige und brandaktuelle politische Thema auch durch Einsatz kurzer Legetrick-Szenen und knapper, guter Kommentare wirksam und verständlich umgesetzt worden, so die Jurorenmeinung.

Die hohe Qualität der Filme wurde auch dadurch unterstrichen, dass die Jury drei Filme mit einem ersten, jeweils fünf Filme mit einem zweiten und dritten Preis auszeichnete. Das genaue Ergebnis kann unter www.bdfa-saarland.de abgerufen werden. Landesvorsitzender Jürgen Baquet zeigte sich begeistert von der Qualität und der Themenvielfalt der diesjährigen Veranstaltung. "Das Programm war grandios wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Auch haben die vielen jungen Teilnehmer frischen Wind in den Verband getragen."

Die besten Filme werden das Saarland bei den Bundesfilmfestivals vertreten, und die Verantwortlichen hoffen, dass es ein saarländischer Film auch auf die 74. Deutschen Filmfestspiele schafft, die vom BDFA-Saarland vom 26. bis 29. Mai in St. Ingbert ablaufen werden. Dort wird der Obelisk als mittlerweile begehrtester Preis des nichtkommerziellen deutschen Films verliehen.

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Ergebnis des Landesfilmfestivals 2015 des BDFA Saarland in Reinheim : Ehrenpreis des BDFA für den Film mit der höchsten Wertung: "On the drive" von Thomas Scherer, Bexbach; Auszeichnung "Film des Jahres": "Omas Ding", Jörn Michaely, St. Ingbert; Ehrenpreis des Bürgermeisters der Gemeinde Gersheim, Alexander Rubeck : "Was ist Fremdenfeindlichkeit", Jugendgruppe des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel; Saarländischer Jugendfilmpreis 2015: "Omas Ding". ott