| 22:50 Uhr

Bürgermeisterwahl in Gersheim
Michael Clivot will es noch einmal wissen

Stefan Pauluhn (links) präsentiert den SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Clivot. Rechts daneben Daniela Diehl vom Gemeindeverbandsvorstand.
Stefan Pauluhn (links) präsentiert den SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Clivot. Rechts daneben Daniela Diehl vom Gemeindeverbandsvorstand. FOTO: Erich Schwarz
Gersheim/Walsheim. Der 40-Jährige ist erneut Bürgermeisterkandidat der SPD in Gersheim für die Wahl im kommenden Mai. Von Erich Schwarz

Die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Gersheim (26. Mai 2018) wird eine Neuauflage des Wahlkampfes von vor zehn Jahren. Gegen den amtierenden Verwaltungschef Alexander Rubeck (CDU) wird erneut Michael Clivot (SPD) antreten. Der 40-jährige IT-Spezialist aus Walsheim will es noch einmal wissen, „denn viele Bürgerinnen und Bürger haben mir diesbezüglich eine positive Rückmeldung gegeben“. Stefan Pauluhn, Gemeindeverbandsvorsitzender der Sozialdemokraten in Gersheim, stellte Clivot in einer Pressekonferenz vor und stellte heraus, dass die Nominierung des Walsheimers im Vorstand einstimmig erfolgt sei. Im November werde man im Rahmen einer Vollversammlung des Gemeindeverbandes Michael Clivot auch förmlich nominieren. Für Clivot ist seine Heimatgemeinde eine „Herzensangelegenheit“, wie er unterstreicht, er wolle „diese Gemeinde aus einem Dornröschenschlaf erwecken“. Nach seiner Einschätzung hat sich die Gemeinde Gersheim in der Amtszeit von Rubeck „zum Schlechten“ entwickelt. Michael Clivot fühlt sich „enttäuscht, schließlich hat die Gemeinde sehr viel Potenzial“, ist der SPD-Politiker überzeugt. Er sieht eine „gute Grundlage für eine Wahl“, und er traue es sich zu, „die Gemeinde in eine sichere Zukunft zu führen“. Clivot beklagt, dass die Bürgerinnen und Bürger wegen der katastrophalen Finanzsituation der Gemeinde sehr stark belastet worden seien, ohne dass sich die finanzielle Situation danach verbessert habe: „Von den Gemeinden bis 10 000 Einwohner ist Gersheim die am höchsten verschuldete Gemeinde in der gesamten Bundesrepublik“, beklagt Clivot. Man habe die Gemeinde zwischenzeitlich „kaputt gespart“, man habe „keine Ideen und keine Konzepte“. Er wolle Missstände in der Kommune beseitigen und Gersheim mit kreativen Ideen voranbringen. Er setze vor allem auf das Ehrenamt, schließlich habe Gersheim die meisten Vereine im Saarland. Er möchte zum Beispiel Perspektiven eröffnen für ältere Menschen, damit diese auch noch im hohen Alter in ihrer Heimatgemeinde verbleiben könnten. Er beabsichtigte, eine „ordentliche Familienpolitik“ auf den Weg bringen. Vom damaligen Anspruch des Bürgermeisters Rubeck, Gersheim zur familienfreundlichsten Gemeinde zu entwickeln, sei man „meilenweit entfernt“. Clivot will Schulen besser ausstatten und die Kooperation der Kitas untereinander stärken. Auch beim Tourismus („wir leben dort, wo andere Urlaub machen“) sieht er „keine nennenswerten Impulse“ des jetzigen Amtsinhabers. So will er auf jeden Fall das Schwimmbad in Walsheim erhalten. Auch im Bereich der Wirtschafts- und Ansiedlungspolitik sieht Clivot „keinerlei Weiterentwicklung“. Auch möchte der SPD-Bewerber für das Amt des Verwaltungschefs die Bürgerinnen und Bürger „in zentralen Fragen“ stärker einbinden. Ihm klagten oft Bürger, dass sie sich nicht oder spät informiert fühlten, dass Entscheidungen an ihnen vorbei getroffen würden: „Ich setze wie schon vor zehn Jahren auf mehr Transparenz und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger“. Kurz und bündig: „Die Potenziale der Gemeinde werden sträflich vernachlässigt, Gersheim kann mehr“, bekräftigt Clivot. Er habe ein schlagkräftiges Team für den Wahlkampf hinter sich, und: „Ich kandidiere nicht auf Platz, sondern auf Sieg“. Denn schon sein Ergebnis vor zehn Jahren sei mit 40,8 Prozent im „schwarzen Gersheim“ mehr als respektabel gewesen. Und noch eine Kernaussage: „Ich stehe nicht für weiter so, sondern ich stehe für einen neunen Aufbruch. Denn fast 45 Jahre CDU in Gersheim sind genug, es ist Zeit für einen Wechsel“.