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Als die Römer und Kelten noch die Blies beherrschten

Reinheim. Norbert Rech

Eintauchen in die Welt der Kelten und Römer heißt es im Europäischen Kulturpark in Reinheim. Auf dem rund 700 000 Quadratmeter großen Areal haben Archäologen seit mehr als 200 Jahren Gegenstände aus verschiedenen Epochen ausgegraben. Die Arbeit wird bis heute unermüdlich fortgesetzt. Die jährlich rund 50 000 Besucher des Parks können die Fundstücke selbstverständlich besichtigen. Besonders wichtig ist ein keltisches Fürstinnengrab sowie die Siedlung und ein Palast aus der römischen Zeit.

Erste Ausgrabungen fanden schon Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem "Heidenhübel" statt. Vor 60 Jahren wurden fünf Kalköfen und das Grab der Fürstin gefunden. Dadurch geriet Reinheim überregional in die Schlagzeilen. 1971 folgte der Fund der römischen Siedlung. Der Kulturpark selbst wurde 1989 gegründet, der im Laufe der Jahre stets um Einrichtungen erweitert wurde. Träger ist der Generalrat des französischen Départements Moselle und die Stiftung Europäischer Kulturpark.

Gleich am Eingang befindet sich schon ein Museum, das den Gästen einen Überblick über die Besiedlungsgeschichte des Bliesgaus von der Steinzeit bis zur römischen Epoche bietet. Dann folgt das Fürstinnengrab, einer der Höhepunkte des Rundgangs. Es stammt aus der Zeit um 370 vor Christus. Die Grabkammer verbarg herrlich verzierten Goldschmuck und viele weitere kostbare Beigaben.

Weiter geht es zur 1987 ausgegrabenen römischen Villa, die mit sieben Hektar zu den größten im Saar-Mosel-Raum gehört. Sie stammt aus dem vierten Jahrhundert nach Christus und wurde zum Teil rekonstruiert.

Im Laufe des Jahres finden regelmäßig Veranstaltungen auf dem Gelände statt. Unter anderem werden ein römisch-gallisches Kinderfest (22. Mai), ein saarländischer Heilpflanzentag (5. Juni), das Heißluftballon- und Drachenfestival (29. bis 31. Juli), ein antikes Spektakel (13. bis 15. August) und vieles mehr organisiert. Geöffnet hat der Park vom 15. März bis 31. Oktober täglich von zehn bis 18 Uhr. Das Freigelände ist das ganze Jahr zugänglich.

Der Kulturpark bietet zudem die Möglichkeit, an einer regulären archäologischen Ausgrabung teilzunehmen; Kontakt: Telefon (0 68 43) 90 02 11.