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Oberlandesgericht Koblenz
Gericht: Spaziergänger dürfen freilaufende Hunde abwehren

Koblenz. (dpa) Wenn sich ein fremder, nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert, dürfen Spaziergänger effektive Abwehrmaßnahmen ergreifen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz (OLG) in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss entschieden. dpa

Es bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Mainz. Eine OLG-Sprecherin sagte, der Beschluss sei nicht nur auf Rheinland-Pfalz bezogen, sondern gelte immer, wenn eine Gefahrenabwehrverordnung in Kraft sei.

Geklagt hatte ein Jogger, der mit seiner angeleinten Hündin im Wald unterwegs war. Als der Hund eines Paars auf ihn zukam, forderte er es auf, deren nicht angeleinten Hund zurückzurufen. Auf die Rufe reagierte der Hund aber nicht. Bei dem Versuch, das Tier mit einem Ast fernzuhalten, rutschte der Jogger aus. Er zog sich einen Riss der Kniesehne zu und musste operiert werden.

Aus Sicht des Spaziergängers wollte sein Hund nur mit der Hündin des Joggers spielen, sei dabei aber nicht aggressiv gewesen. Das Landgericht stellte fest, dass der Hundehalter haften muss. Dieser legte Berufung gegen das Urteil ein.



Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte das Mainzer Urteil. Der Hundehalter hafte in vollem Umfang für die Schäden des Klägers, weil er gegen die örtliche Gefahrenabwehrverordnung verstoßen habe, indem er seinen Hund im Wald außerhalb seiner eigenen Sichtweite laufen ließ, teilte es in dem Beschluss vom 18. Oktober mit.