| 22:07 Uhr

Aus psychiatrischer Klinik geflohen
Geflüchteter Abschiebehäftling aus Alzey gefasst

Mainz. Ein im Oktober aus einer psychiatrischen Klinik in Alzey geflüchteter Abschiebehäftling ist gefasst und wird bald wieder nach Rheinland-Pfalz gebracht. Er habe in der Schweiz einen Asylantrag gestellt und sei dann wegen seines Bezuges zu Deutschland zurückgeschickt worden, sagte gestern ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Justizministeriums. Zuvor hatte die „Rhein-Zeitung“ darüber berichtet.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers sitzt der Mann seit Dienstag in Konstanz in Haft. Er müsse wegen gefährlicher Körperverletzung und Schwarzfahrens noch eine 110-tägige Haftstrafe absitzen. Nach dem Rücktransport, der in den nächsten Tagen erfolgen soll, komme er demnach zunächst in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Rohrbach bei Wöllstein im Kreis Alzey-Worms.

Zum weiteren Fortgang sagte der Sprecher des Mainzer Justizministeriums: „Wir gehen davon aus, dass die Ausländerbehörde – wie sie es schon einmal getan hat – seine Abschiebung betreibt.“ Das sei auch während der laufenden Haft möglich, wenn die Staatsanwaltschaft zustimme. Dem Vernehmen nach sei dem so. Zunächst aber müsse der Kreis Mayen-Koblenz als Ausländerbehörde sich mit dem Fall befassen.

Der vermutlich aus Marokko stammende und als „sehr aggressiv“ eingestufte Mann war wegen Suizidgefahr nach Alzey gekommen, nachdem er in seiner Zelle im Abschiebegefängnis in Ingelheim Feuer gelegt hatte. In Alzey entkam er – wie bereits ein Mann vor ihm – seinen Bewachern. Das Justizministerium kündigte später an, dass gefährliche Abschiebehäftlinge nicht mehr von privaten Sicherheitsfirmen, sondern von der Polizei bewacht werden sollen (wir berichteten).



(dpa)