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Friedlich Feiern
Neue Kampagne für friedliche Fastnacht

Mainz. Friedliches Feiern an Fastnacht will die Polizei in Rheinland-Pfalz mit einer neuen Kampagne fördern. „Mit Konfetti in der Blutbahn feiern“ lautet der augenzwinkernde Slogan. Dabei wird das „Miteinander und Füreinander“ betont.

Schlägereien, Alkohol-Unfälle und sexuelle Übergriffe an Fastnacht will die Polizei in Rheinland-Pfalz mit einer neuen Kampagne vorbeugen. Unter dem Motto „Mit Konfetti in der Blutbahn feiern“ sollen die Narren auf Plakaten, mit Infokärtchen, Anstecknadeln, Armbändern und im Internet dafür sensibilisiert werden, sich an Grenzen zu halten und andere zu unterstützen. „Sehr viele Menschen wollen einfach Freude in der Fastnachtszeit haben“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) bei der Vorstellung der Kampagne am gestrigen Donnerstag in Mainz. Die Sicherheitsbehörden wollten, dass dies auch viele so erleben könnten.

778 Fastnachtsveranstaltungen mit mehreren Hunderttausend Besuchern habe die Polizei im vergangenen Jahr im gesamten Land begleitet, sagte Lewentz. Dabei seien 691 betrunkene Jugendliche auffällig geworden (2017: 714). Zudem seien 568 Körperverletzungsdelikte aufgenommen worden (2017: 525) und 92 Mal wurde Autofahrern Blut entnommen (2017: 79).

Der Titel der Kampagne geht auf ein Lied des Mainzer Sängers und Komponisten Oliver Mager zurück. Er hat die Mainzer Polizei bei der Konzeption der neuen Kampagne unterstützt. In dem Song geht es um eine Verkehrskontrolle an Fastnacht, bei der ein glücklicher Narr null Promille hat und die Polizei als Freund behandelt.



Zwar sei Mager nicht in ganz Rheinland-Pfalz so bekannt wie in Mainz, der Text des Songs aber so geschrieben, dass er überall funktioniere, sagte der Sprecher der Polizei, Rinaldo Roberto. Zudem singe Mager auf Hochdeutsch.

Die neue Kampagne sei notwendig geworden, weil die alten Slogans wie „Ohne Führerschein ist das ganze Jahr Aschermittwoch“ und „Helau, fahr nicht Blau“ bei den Narren nicht mehr angekommen seien. Die Landesregierung gibt für die landesweite Kampagne zunächst rund 6000 Euro aus.

Der Appell eines freundlichen Miteinanders soll aber auch über die fünfte Jahreszeit hinaus reichen. Dafür hat die Polizei die Kampagne „Respect the Limit“ („Respektiere die Grenze“) entwickelt. „Die täglichen Erfahrungen zeigen, dass Grenzen immer öfter überschritten werden“, heißt es zur Begründung in einer Mitteilung des Innenministers. „Das beginnt bei Respektlosigkeiten und Beschimpfungen gegenüber anderen Personen oder auch Einsatzkräften, dem Ignorieren einfachster Verkehrsregeln, dem Missachten des Eigentums und der Gesundheit anderer, bis hin zu schwersten Straftaten.“ Dabei spiele sehr oft Alkoholmissbrauch eine Rolle.