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Wahrzeichen des Zweiten Weltkrieges vor dem Verkauf
Drei Interessenten für Türme der „Brücke von Remagen“

Zwei Türme der weitgehend zerstörten Brücke von Remagen stehen zum Verkauf.
Zwei Türme der weitgehend zerstörten Brücke von Remagen stehen zum Verkauf. FOTO: dpa / Thomas Frey
Erpel/Remagen. Für ein Wahrzeichen des Zweiten Weltkrieges am Rhein gibt es nach Ablauf der Bieterfrist drei Kaufinteressenten. Es geht um zwei Türme der weitgehend zerstörten, weltberühmten „Brücke von Remagen“.

Wer will sie kaufen? Die zuständige Behörde hüllt sich noch in Schweigen: „Das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) äußert sich weder zu den Angeboten noch zu den Interessenten oder deren Plänen“, teilte der stellvertretende BEV-Sprecher Michael Abels mit.

Die im Erdgeschoss verbundenen rechtsrheinischen Brückentürme bei Erpel sind 100 Jahre alt und stehen unter Denkmalschutz. Heizung und Wasserleitungen fehlen. In der BEV-Anzeige hieß es zu dem Objekt im Eigentum des Bundes: „Es ist stark sanierungsbedürftig.“

Ursprünglich sollte die Frist für Angebote am 18. Mai enden – sie wurde aber laut Abels bis zum 1. Juli verlängert, damit sich die Bieter umfassend ein Bild von den Türmen machen konnten. Den Zuschlag solle das „wirtschaftlichste Gebot“ bekommen. Das müsse nicht die höchste Geldsumme sein, sondern laut Bundeshaushaltsordnung „die günstigste Relation zwischen dem verfolgten Zweck und den einzusetzenden Mitteln“. Unklar sei noch das Datum des Verkaufs.



Im März 1945 waren Remagen und Erpel die Orte gewesen, an denen alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg erstmals den Rhein überschritten. Sie überquerten die nach einem missglückten deutschen Sprengversuch erst noch weiter stehende Brücke. Der US-Film „Die Brücke von Remagen“ Jahre machte das Bauwerk in den 1960er Jahren weltbekannt, das wenige Tage nach dem ersten alliierten Übergang doch noch einstürzte. In den zwei Brückentürmen auf Remagener Seite befindet sich ein Museum.

(dpa)