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Ganz Biesingen ist entsetzt
Schmuckes Wegekreuz komplett zerstört

 Erst kürzlich sanierten Werner Hennchen (links) und Wolfgang Vogelgesang das Wegekreuz in Biesingen.
Erst kürzlich sanierten Werner Hennchen (links) und Wolfgang Vogelgesang das Wegekreuz in Biesingen. FOTO: Annette Weinmann
Blieskastel. Erst vor kurzem wurde das Denkmal aufwendig saniert. Die Polizei sucht derweil fieberhaft nach dem oder den Tätern. Von Michèle Hartmann

 Ausgerechnet in der Adventszeit, in der man sich innerlich auf das Christenfest vorbereitet und die für viele Menschen die Zeit der Besinnung bedeutet, schlugen bisher unbekannte Täter am Friedhof in Blieskastel-Biesingen zu. In der Zeit von Mittwoch, 4. Dezember, 22 Uhr bis 6.15 Uhr des Folgetages, ist nach Polizeiangaben in der Straße „Im Dorf“, ein etwa zwei Mal zwei Meter großes Wegekreuz aus Sandstein mutwillig zerstört worden. Das Wegekreuz, etwa 300 bis 400 Kilogramm schwer, zerbrach beim gewaltsamen Umwerfen und muss wohl vollständig erneuert werden. Nach einer ersten Einschätzung beträgt der Sachschaden 4500 Euro. Erst kürzlich ist besagtes Kreuz in mühsamer Kleinarbeit restauriert worden. Ganz Biesingen sei entsetzt über den Frevel in der Vorweihnachtszeit, sagt Ortsvorsteherin Annette Weinmann. Eine Frau aus dem Ort habe frühmorgens das zerstörte Monument entdeckt. Die Ortsvorsteherin wiederum rief die Polizei herbei.

Das erstmals 1950 auf dem Biesinger Friedhof errichtete und später in die Anlage vor dem Friedhof aufgestellte Wegekreuz war von Ortsratsmitglied Wolfgang Vogelgesang und Werner Hennchen aus St. Ingbert von Grund auf gereinigt worden (wir berichteten). Der Sandstein war mehrfach von Flechten und Moos bedeckt. Es würden noch weitere Behandlungen notwendig sein, bis das Denkmal versiegelt werden könnte, sagte uns noch vor wenigen Wochen Annette Weinmann. Doch diese Arbeiten haben sich nun leider erledigt.

Bei Restaurierungsarbeiten des Kreuzes 1993 wurde zwischen Sockel und Mittelteil ein Glasröhrchen mit Widmung gefunden. Dem Schriftstück war zu entnehmen, dass das Kreuz als Dank dafür errichtet wurde, dass Biesingen von den Schrecken und Zerstörungen des II. Weltkrieges verschont blieb. Das Kreuz wurde nach einem Entwurf von Nikolaus Peter, von den Steinhauern Franz Heid und Josef Hartmann hergestellt, die Christusfigur 1994 von dem damaligen Ortsvorsteher Günter Groh gestiftet.



Hinweise zu Täter(n) und Tathergang in der Nacht zum Donnerstag erbittet die Polizei in Homburg, Telefon (06841) 10 60, oder auch in Blieskastel, Telefon (06842) 92 72 54.

  Das zerstörte Wegekreuz am Freitagmorgen.
Das zerstörte Wegekreuz am Freitagmorgen. FOTO: Hans Hurth