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Windkraft? Ja bitte!

 Ein klares Bekenntnis zur Energiewende im Saarland hat das Umweltministerium abgelegt. Der Bau von Windkraft-Anlagen wird auch für das Biosphärenreservat Bliesgau nicht ausgeschlossen. Foto: Joachim Schickert
Ein klares Bekenntnis zur Energiewende im Saarland hat das Umweltministerium abgelegt. Der Bau von Windkraft-Anlagen wird auch für das Biosphärenreservat Bliesgau nicht ausgeschlossen. Foto: Joachim Schickert FOTO: Joachim Schickert
Blieskastel. Die Energiewende kann laut Umweltminister Reinhold Jost nur mit dem Bau von Windenergieanlagen erreicht werden. Das bekräftigte er im Gespräch mit der Raiffeisen Bürgerenergiegenossenschaft Bliesgau. Joachim Schickert

In einem Gespräch mit der Raiffeisen Bürgerenergiegenossenschaft Bliesgau eG (BEG Bliesgau ) hat der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) jetzt klare Position zur Windkraft im Saarland bezogen. Wie das Ministerium in einer Presseerklärung mitteilt, sei die BEG Bliesgau , die für den Bau von Windenergieanlagen im Bliesgau werbe und für die Akzeptanz von Windenergie im Saarland kämpfe, im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf offene Ohren und Türen gestoßen. "Ein offen geführter Dialog, um Klarheit zu schaffen und Missverständnisse auszuräumen, ist die Basis für eine erfolgreiche Energiewende ", so Jost.

Die Umsetzung der Energiewende und ihrer quantitativen Ziele kann laut Umweltminister Jost nur mit dem Bau von Windenergieanlagen erreicht werden. Durch die vor Kurzem beschlossene Freigabe von Staatswaldflächen für Windenergieanlagen trage die Regierung ihren Teil zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bei. Den Bau von weiteren Anlagen schließe Jost auch nicht für das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau aus.
Anlagen sind erwünscht

"Windanlagen sind im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung, für die die Biosphäre Bliesgau Modellregion ist, innerhalb der Entwicklungszonen explizit erwünscht", erklärt Jost. In den Genehmigungsverfahren würden seitens des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) alle relevanten Betroffenheiten geprüft. Insbesondere würden dabei die immissionsschutzrechtlichen sowie natur- und artenschutzrechtlichen Belange untersucht, bevor eine Genehmigung erfolgen könne. Für die im Vorfeld vom Antragsteller sehr umfangreich zu erbringenden Untersuchungen und Nachweise zur Überprüfung des Standortes erhielten die Betroffenen eine hohe Rechtssicherheit. Im Fokus des Umweltministeriums stehe nun die Wertschöpfung auf dem Programm, die in der Region verbleiben solle. In Zusammenarbeit mit den Energiegenossenschaften könne für das Saarland eine regionale Wertschöpfung ausgebaut werden, die von der Regierung unterstützt und begleitet werde. Der Forderung nach mehr akzeptanzschaffenden Maßnahmen zur Aufklärung der Bürger werde das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nachkommen und habe diese bereits in die Wege geleitet.
Neues Portal informiert

Noch in diesem Jahr solle Ressort übergreifend auf der Internetseite des Landes ein neues Themenportal "Windenergie im Saarland" geschaffen werden, auf dem sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Kommunen, Ratsmitglieder und Interessenvertreter umfangreich informieren könnten, so der Minister.



Zum Thema:

HintergrundIn der Diskussion über die Windkraftnutzung im Bliesgau plädiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Saar (BUND) für einen "naturverträglichen Ausbau dieser umweltfreundlichen, regenerativen Energieform". Die selbstgesteckten Klimaschutzziele hinsichtlich der Reduzierung des CO-Ausstoßes, auf die sich fast alle Kommunen im Biosphärenreservat verpflichtet haben, könnten nur erreicht werden, wenn auch die Windkraft stärker genutzt wird. Für den BUND Saar solle der Bliesgau auch zu einer Klimaschutzregion entwickelt werden, in der modellhaft Lösungen und Beiträge für den Klimaschutz und die Energiewende entwickelt und umgesetzt werden sollen, teilt der BUND weiter mit. Keine Windräder dürften in den Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservats und den Naturschutzgebieten errichtet werden. ert