| 23:15 Uhr

Blieskastel/Mandelbachtal
Wasser läuft wieder durch die Leitungen

Auch ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Niederwürzbach mit 2500 Litern Wasser war an einem Bauernhof zur Tierversorgung mit dem Webenheimer Faltbehälter im Einsatz.
Auch ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Niederwürzbach mit 2500 Litern Wasser war an einem Bauernhof zur Tierversorgung mit dem Webenheimer Faltbehälter im Einsatz. FOTO: Lars Germann/Feuerwehr Blieskastel
Blies-/Mandelbachtal. Durch einen Rohrbruch war im Blies- und Mandelbachtal seit Donnerstag die Trinkwasserversorgung stellenweise lahmgelegt. Von Joachim Schickert

Viele Menschen im Blies- und Mandelbachtal, die seit Donnerstag wegen des Bruchs einer Hauptversorgungsleitung nicht mehr oder unzureichend mit Trinkwasser versorgt wurden (wir berichteten), bekamen am Freitagnachmittag nach und nach wieder Wasser. Wie die Stadtverwaltung Blieskastel mitteilte, war durch einen Rohrbruch auf der Hauptleitungsstrecke im Bereich Erfweiler-Ehlingen am Donnerstag gegen 2 Uhr bis teilweise Freitag die Wasserversorgung für viele Stadt- und Gemeindeteile von Blieskastel, Gersheim und Mandelbachtal zunächst vollständig ausgefallen. Besonders betroffen waren Ballweiler/Wecklingen, das bereits seit Donnerstagmorgen von der Versorgung abgekoppelt war, sowie Walsheim, Niedergailbach und ein Teil von Gersheim, die seit Donnerstagabend ohne Wasserversorgung waren. In Mandelbachtal waren Bebelsheim, Heckendalheim, Ommersheim und Wittersheim ohne Wasserversorgung, wie der Kreis und die Kommunen erklärten.

Nach Lokalisierung der Schadensstelle seien sehr aufwändige Erdarbeiten vorgenommen worden, um das Ausmaß der Störung zu erkennen. Die Reparatur der Leitung sei sehr aufwendig gewesen und konnte erst in der Freitagnacht beendet werden. Danach sei mit der Befüllung der Leitung, auch in Richtung Saarbrücken, begonnen worden. „Die Hochbehälter werden zurzeit gefüllt und die Wasserversorger beginnen mit den Spülvorgängen und Entlüftungen. Es kann davon ausgegangen werden, dass gegen Freitagmittag fast alle Leitungen wieder mit Trinkwasser gefüllt sind. Lediglich in den Hochzonen wie in Gersheim und Reinheim können die Druckerhöhungsanlagen erst etwas später zugeschaltet werden. Alle anderen Versorgungsgebiete konnten durch Notmaßnahmen mit Wasser versorgt werden oder waren nur kurz unterbrochen“, hieß es am Freitagnachmittag.

Wie die Feuerwehr Blieskastel mitteilte, war auch die Lage in den Ortsteilen Ballweiler und Wecklingen dramatisch gewesen. „Diese beiden Ortschaften waren ganz von der Wasserversorgung abgeschnitten, da sich zunehmend abzeichnete und klar war, dass es keine kurzfristige Reparaturlösungen für das Trinkwasserproblem geben würde. Durch die Stadtverwaltung wurde umgehend die Feuerwehr der Stadt Blieskastel, hier insbesondere die Löschbezirke Ballweiler-Wecklingen, Blieskastel-Mitte, Niederwürzbach und Webenheim alarmiert“, so Wehrsprecher Marco Nehlig. Als erstes seien die Ballweiler und Wecklinger über Lautsprecherdurchsagen über das Ausmaß des Schadens und die Lage informiert worden. Danach sei Brauchwasser aus den Feuerwehrlöschtanks an die Bürger verteilt worden, damit Toilettenspülungen und andere Bereiche wieder funktionierten. Auch seien verunsicherte und beunruhigte Bürger angetroffen worden, so dass „der Betreuungsaspekt ebenfalls von großer Bedeutung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr war“, hieß es.



Die Nachricht am frühen Abend, dass die Wasserversorgung auch über Nacht nicht wiederhergestellt werden kann, habe zu einer neuen Lagebewertung der Einsatzleitung geführt. Daraufhin seien die betroffenen Bürger erneut informiert sowie weiterhin Wasser verteilt worden. Durch die Stadtverwaltung seien kostenlose Wasch- und Duschmöglichkeiten in der Würzbachhalle in Niederwürzbach für den Donnerstagabend und Freitagmorgen angeboten worden. Reichlich genutzt worden seien die Dorfbrunnen in Ballweiler und Wecklingen, wo die Bewohner mit allen verfügbaren Behältnissen frisches Wasser abfüllen konnten. Die Löschbezirke Ballweiler-Wecklingen, Blieskastel-Mitte, Niederwürzbach und Webenheim waren mit 35 Einsatzkräften, fünf Feuerwehrfahrzeugen über sechs Stunden unterwegs. Versorgt werden mussten auch die Tiere auf den Bauernhöfen.

Nach Informationen der Stadtwerke Bliestal neigten Leitungssysteme, die längere Zeit nicht mit Wasser gefüllt waren, zur Verkeimung. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises in den Ortsteilen, die über längere Zeit keine Wasserversorgung hatten, das Trinkwasser vorsorglich in den nächsten drei Tagen abzukochen. Die Wasserwerke Bliestal GmbH weist aber darauf hin, dass das Trinkwasser aus ihren Wasserwerken nicht belastet sei, hieß es am Freitagnachmittag.