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Hier gibt es alles im losen Zustand
Hier kommt rein gar nichts in die (Plastik)-Tüte

 Die Inhaber des Edeka-Marktes, Carmen und Torsten Berberich, vor der neuen Unverpackt-Station.
Die Inhaber des Edeka-Marktes, Carmen und Torsten Berberich, vor der neuen Unverpackt-Station. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel/Lautzkirchen. Innovatives aus dem Bliesgau: Lautzkirchen hat jetzt seine eigene „Unverpackt-Station“ mit diversen Produkten. Von Erich Schwarz

Das junge Pärchen steht am Samstagvormittag noch etwas unsicher vor der neuen „Unverpackt-Station“ im Edeka-Markt im Lautzkirchen. Es orientiert sich zunächst am Sortiment und an der Bedienungsanleitung. „Ah ja, jetzt weiß ich, wie es geht“, sagt der junge Mann. Seine Freundin füllt Nüsse ab in ein mitgebrachtes Gefäß: „Das ist eine ganz tolle Sache. Das müssen Sie so schreiben. Das müsste in jedem Supermarkt eingeführt werden“, sagt die junge Dame begeistert. Eigenversuch: Der Schreiber dieser Zeilen hat (noch) kein eigenes Gefäß dabei, aber für diesen „Notfall“ gibt es auch Tüten oder Pappschachteln. Und ganz unten werden auch Gefäße zum Kauf angeboten, die man dann in Zukunft mitbringen kann. Also: Produkt aussuchen, Tüte oder Gefäß drunter halten, richtige Codezahl je nach Produkt eingeben und abwiegen, Etikett drauf und ab an die Kasse.

Die Inhaberfamilie Berberich aus Lautzkirchen hat als einer der ersten Supermärkte im Saarland eine „Unverpackt-Station“ eingerichtet. „Wir wollen den Kunden immer wieder Innovationen bieten, wollen den Kundenservice und das Angebot stets verbessern“, erläutert Inhaber Torsten Berberich. Seine Ehefrau Carmen und er hatten sich sofort entschlossen, eine solche Abteilung einzurichten, nachdem sie von der Firma eco-terra gehört hatten. Diese Firma hat schon in mehreren Supermärkten in Deutschland solche Stationen eingerichtet, im Saarland ist die Lautzkircher Station zumindest für die Handelskette Edeka noch die einzige dieser Art. Wichtig ist für die Familie Berberich bei der Umsetzung, dass ein eigenes Behältnis mitgebracht werden kann. Aber wie bereits erwähnt, zur Not gibt es auch Papiertütchen. Die meisten Produkte der Station sind vegan, glutenfrei, fair gehandelt und werden in Bioqualität angeboten: „Die neue Station soll helfen, Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren“, stellt Torsten Berberich heraus.

Es werden etwa verschiedene Müslis und Nüsse angeboten, darüber hinaus ein großes Sortiment von Samen sowie Nudeln und Reis. Man musste zunächst Platz schaffen und das Angebot der verschiedenen Firmen und Dienstleister aufeinander abstimmen. Am Ende hat der Start dann gut funktioniert, nun muss sich noch zeigen, ob diese nicht unbedeutende Investition ein Schritt in die richtige Richtung war. „Wenn die Station weiter gut angenommen wird, werden wir uns natürlich Gedanken machen, ob und wie wir diese erweitern können. Ein Thema sind zum Beispiel Reinigungsmittel zum Selbstabfüllen“, blickt Torsten Berberich schon optimistisch in die Zukunft. „Das ist ganz toll, das ist ein richtiger Schritt, den tatsächlich alle Supermärkte nachahmen sollten“, bekräftigt auch noch einmal die junge Kundin. Und Torsten Berberich stellt zudem heraus, dass die unverpackten Lebensmittel nicht teurer sind, als ähnliche abgepackte Produkte.