| 21:11 Uhr

Kneipen-Festival
Tolle Stimmung trotz weniger Besucher

Mit Chansons entführte „Beim Patric“ das Trio „Ca va“ mit (von links) Fritz Schneider, Andrea Dejon und Gaston Michel die Gäste nach Frankreich.
Mit Chansons entführte „Beim Patric“ das Trio „Ca va“ mit (von links) Fritz Schneider, Andrea Dejon und Gaston Michel die Gäste nach Frankreich. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. 16 Bands traten bei der Blieskasteler Kneipentour in insgesamt 13 Lokalen auf. Das Interesse des Publikums hielt sich allerdings in Grenzen.

Zur fünften Musik- Kneipentour in Blieskastel-Mitte und einigen Stadtteilen gab es für die Abend- und Nachtschwärmer einen besonderen Reiz: Nur einmal musste das gelbe Eintrittsbändchen des Kulturstammtischs Blieskastel als Ausrichter erworben werden, dafür konnte man in 13 Lokalitäten insgesamt 16 Auftritten von unterschiedlichen Bands lauschen.

Ob es am Wetter lag, das einige zum Grillen verleitete? Der Abend lief jedenfalls ab 20 Uhr eher langsam an, gegen 22 Uhr gab es dann stärkeren Zuspruch und gute Stimmung. Dennoch: das Interesse war gegenüber den Vorjahren geringer. Eine, die das vor Ort bestätigten konnte, war Margit Sprunck. Sie ist seit der Premiere vor vier Jahren dabei. „Ich fahre heute Abend im Stundentakt mit dem Dolmusch nach Webenheim zum Dotter, in den alten Turm nach Lautzkirchen und zum Bahnhof Würzbach – doch meist allein. Die Jahre zuvor musste ich die Leute gar in Gruppen zu Hause abholen, auch die Gäste von den Reha-Kliniken nutzten diesmal keine Verlängerung für die letzte Tour um Mitternacht“, erzählt Sprunck.

Dabei hatte sich der Kulturstammtisch mächtig ins Zeug gelegt, viele Musikrichtungen bedient und dabei ein gutes Händchen bewiesen. In den Lokalen wurde es teilweise sehr kuschelig, stimmungsvolle Musik und gute Laune beim Mitsingen ließ sich dort verzeichnen. Rock, Pop und Oldies, Gitarrenklänge, eigene Songs, Cover oder Symphonic Metal und Dark Rock. Alles passte zusammen und für jeden war etwas dabei. Erstmals beteiligte sich das Restaurant „Beim Patric“ im Mühleneck an der Kneipentour. „Unsere Gäste freuen sich beim Essen auf tolle französische Chansons mit dem Trio Ca Va“, so die Chefin Manuela Brocker. In der Tat – Ca va mit Patrizia Dejon, Fritz Schneider und Gaston Michel lockten die Gäste an. Auch gegenüber in der Alt Schmidd war das der Fall, dort gab es bunt gemischte Partymusik mit Hits, die jeder kennt vom Duo Jessi (34) und Baschti (26). „Seit drei Jahren treten wir zusammen auf, Premiere hatten wir mit einer Deutschen-Welle-Party“, erzählte uns Baschti Sebastian Kiefer, auch musikalische Extra-Wünsche wurden prompt gespielt und in ihre Kölsche- und Malle-Lieder gerne eingestimmt.



Swing-, Latin- und Popklassiker gab es im Hinnereck vom Duo Udo und Marion Kaufmann, beim Dotter hatten Over-Thirty um Peter Baarß ein umjubeltes Heimspiel und in der Hofbräustube gab es Blues Songs von Stompin‘ Heat. Seit Januar führt Jenny Wust die Wein- und Pilsstube Mühleneck mit dem idyllischen Innenhof, der bei den angenehmen Temperaturen gerne als Zwischenstation ohne Musikklänge aufgesucht wurde. Dort trifft sich oft der Kulturstammtisch, dessen erster Vorsitzender Karl- Heinz Hillen gegenüber unserer Zeitung ein Fazit zog:

„Wir übernahmen den Eintritts- Bändchen-Verkauf und hörten von den Besuchern nur positive Resonanz. Allerdings muss man festhalten, dass der Besuch insgesamt zu wünschen übrig ließ. Das warme Wetter könnte eine Rolle gespielt haben. Da unsere Mittel begrenzt sind, sind wir für jede Hilfe dankbar. Doch da war es enttäuschend und schade, dass es vom städtischen Kulturamt im Vorfeld wenig Werbeaktionen gab. Zumal wir während des Jahres in der Stadt Vieles auf die Beine stellen“, merkte der Künstler ein wenig enttäuscht an.